Ausstellung

Abstrakte Drucke von H.N. Werkman

12 Juni 2004 bis 29 August 2004

Das Groninger Museum präsentierte im Kupferstichkabinett abstrakte Drucke von H. N. Werkman (Leens 1882 - Bakkeveen 1945).

Diese Drucke sind Werkmans einzigartiger Beitrag für die niederländische Kunst. Sie sind das Resultat der künstlerischen Anwendung jener Drucktechnik, die er im Jahre 1923 mithilfe von Materialien aus seiner kommerziellen Druckerei entwickelt hatte. Sie unterscheiden sich von der gebräuchlichen Druckkunst, weil bei dieser Art des Druckens stets Unikate entstehen. Darum führte Werkman auch den Begriff Abdrucke ein, um den Unterschied zu seinen in Auflage hergestellten Druckarbeiten zu verdeutlichen.

Werkmans Drucke wurden zuerst durch die neun Ausgaben der Zeitschrift The Next Call (1923-1926) bekannt. Diese von Werkman selbst herausgebrachte Zeitschrift wurde mit typografischen Experimenten, Drucken und größtenteils von ihm selbst verfassten Texten mit expressionistischem, lyrischem und dadaistischem Charakter gefüllt. Werkman verbreitete The Next Call auf internationaler Ebene, was ihn mit allerlei europäischen Avantgardisten wie Michel Seuphor, Jean Arp, Antoine Pevsner und Wassily Kandinsky in Kontakt brachte.

Zu seinen berühmtesten Werken gehören die Chassidischen Legenden, zu denen er sich von Martin Bubers Band Die Legende des Baalschem (1932) inspirieren ließ. Diese jüdischen Erzählungen wurden von Werkman zwischen 1942 und 1943 in zwanzig Drucken dargestellt. Sie waren Teil einer Reihe illegaler Ausgaben, die unter dem Namen “De Blauwe Schuit” (Die blaue Schute) erschienen und als geistiger Widerstand gegen die deutsche Besatzung gedacht.

Daneben schuf Werkman in den letzten Jahren seines Lebens auch mehr abstrakte Drucke, die sich von seinem früheren abstrakten Werk u.a. durch fließendere Formen und den Gebrauch von Schablonen unterscheiden. Seine Formensprache und Technik wurde wesentlich reicher, auch durch die Arbeit mit Schablonen. Die jetzt im Kupferstichkabinett ausgestellten abstrakten Drucke zeugen von einem hohen künstlerischen Niveau, das er hiermit erreicht hatte.

Im Ploeg-Pavillon des Groninger Museums wahren in den Jahren 2002 und 2003 unter dem Titel Werkman wieder in Groningen zwei Ausstellungen von H.N. Werkman zu sehen. Anlass war die Übereignung des Werkman-Archivs und die langfristige Leihgabe der Werkman-Sammlung durch das Stedelijk Museum in Amsterdam an das Groninger Museum.