Armand Bouten (1893-1965). Kunst schafft sich selbst

17. September 2008

9 November 2008 – 1 März 2009

Im Herbst 2008 wurde im Groninger Museum die erste große Ausstellung des niederländischen Expressionisten Armand Bouten (1893-1965) eröffnet. Das Groninger Museum zeigte in dieser Werkschau eine Auswahl der besten Werke dieses Künstlers. Zusammen mit der ersten Monografie wurde die Ausstellung ein genaues Bild über das Leben und die Entwicklung von Boutens Œuvre vermitteln.


Armand Bouten kam 1893 in Venlo zur Welt. Mit 21 Jahren zog er nach Amsterdam, wo er an der Rijks Normaalschool voor Tekenonderwijs Zeichenunterricht bekam. Hier lernte er seine Mitstudentin Hanny Korevaar kennen, mit der er sein weiteres Leben verbringen würde. Im Jahre 1922 heiratete das Paar, das die Flitterwochen in Südeuropa verbrachte. Von da an führten sie ein unruhiges aber abenteuerliches Dasein. In den 20er und 30er Jahren wohnten sie abwechselnd in Paris und Budapest und besuchten sie Marseille. In den 40er Jahren wohnte das Paar in Brüssel und kürzere Perioden in den Niederlanden in Amsterdam und Den Haag. 1953 kehrten sie, vollkommen verarmt in die Niederlande zurück, wo sie bis ans Ende ihres Lebens einsam in Amsterdam wohnten. Nur ihr Œuvre und einige Fotos sind Beweise ihres Lebens und zeigen uns eine faszinierende Entwicklung, sowohl im Hinblick auf ihre Kunst, als auf das Leben der Künstler.

Boutens früherer kubistisch- expressionistischer Stil ändert sich ab seiner ersten Reise nach Südeuropa: Grelle Farben und kräftige Konturen halten Einzug in sein Werk. Auch seine vorherigen Themen wie Bauern und Arbeiter in holländischen Landschaften ändern sich während seiner Reisen: Roma, Jahrmärkte, Cafés und Bordelle tauchen in seinem Werk auf. Später verraten grausame Darstellungen, gemalt in traurigen, düsteren Farben die wachsenden politischen Spannungen im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs. Nach dem Zweiten Weltkrieg schuf er noch einige farbige Gouachen und Gemälde. Abgesehen von einigen kleinen Federzeichnungen auf Papier von hauptsächlich Amsterdamer Prostituierten und Stadtansichten verschwanden die Farben aus seinen Werken. 1965 starb Armand Bouten, nie anerkannt und vollkommen vergessen.

Diese Ausstellung wurde begleitet durch die erste Monografie des Künstlers, die sich auf die umfangreichen Forschungen des Kunsthistorikers Doede Hardeman stützt. Hiermit zeigte das Groninger Museum die Übersicht eines tief verwurzelten Expressionisten, der beim großen Publikum bisher unbekannt geblieben ist.

Ausstellungskatalog
Zur Ausstellung erscheint ein ausführlicher Begleitkatalog.
Armand Bouten (1893-1965): ‘Kunst maakt zichzelf’, een diepgeworteld expressionisme.
Autorin: Susan van den Berg
ISBN 978-90-71691-68-3, Preis € 24,50
Herausgegeben vom Groninger Museum und Philip Elchers

Notiz an die Redaktion
Producerin: Maaike Broersma
Konservator: Doede Hardeman
Öffentlichkeitsarbeit: Josee Selbach

Weitere Informationen erteilen: Josee Selbach, jselbach@groningermuseum.nl, 050-3666555, Evelien Bijlefeld, ebijlefeld@groningermuseum.nl, 050-3666555, www.groningermuseum.nl.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 10.00-17.00 Uhr. Freitags geöffnet bis 22.00 Uhr
Geschlossen: montags, 25. Dezember und 1. Januar.