Biografie John Hejduk, Architekt des Wall House #2

John Quentin Hejduk (New York 1929 – 2000 New York) war ein avantgardistischer Architekt, der sich vor allem als Architekturtheoretiker einen Namen machte. Obwohl nur wenige seiner Entwürfe verwirklicht wurden, gilt er aufgrund seiner theoretisch-didaktischen Arbeit als einer der Köpfe der sog. New York Five, zu denen auch Richard Meier und Peter Eisenman zählen. Beide Architekten sind ebenfalls in der Sammlung des Groninger Museums vertreten. 


Hejduk studierte Architektur am Cooper Union Institute in New York, der University of Cincinnati in Ohio und der Harvard University in Cambridge, Massachusetts. Nach seinem Abschluss arbeitete er in verschiedenen Architekturbüros, u. a. bei Ieoh Ming Pei. Seit den 1950er-Jahren untersuchte er anhand der formalen Ausgangspunkte der Kunstbewegung De Stijl die Grundsätze des architektonischen Entwurfs. Die Ideen, die er daraus entwickelte, kombinierte er zu Entwürfen – mit bildender Kunst und Literatur als Quellen der Inspiration. 1965 ließ er sich als selbstständiger Architekt in New York nieder und unterrichtete zudem an der Cooper Union. An diesem Institut, in dem wie auch beim Bauhaus verschiedene Kunstdisziplinen unter dem Dach der Architektur zusammengeführt wurden, übernahm Hejduk als Theoretiker eine wichtige Rolle. Daniel Libeskind, der ebenfalls für die Stadt Groningen entworfen hat, gehörte zu seinen Studenten. 

Hejduk entwarf zunächst streng geometrische Wohnhäuser. Die Wall-Haus-Serie, die als sein Meisterwerk gilt, stammt aus dieser Anfangszeit. Darin steht eine 50 cm dicke Mauer im Mittelpunkt, an der der Eingang lag und alle Geschosse hingen. 

Seinen Ruhm verdankt Hejduk insbesondere seinem theoretischen Werk. Gebaut wurde nur eine Handvoll seiner Entwürfe, darunter das Demlin House in Locus Calley auf Long Island (1960), das Hommel Apartment in New York (1969), die Restaurierung des Foundation Building der Cooper Union in New York (1975), der Kreuzberg Tower, ein Atelierturm mit angrenzender Wohnbebauung in der Charlottenstraße in Berlin (1986-1988), und eine Villa am Tegeler Hafen in Berlin (1985-1988). Hejduk starb 2001.