Ausstellung

Bunt und Blau

Fernöstliches Porzellan in den Niederlanden

08 November 2003 bis 24 Oktober 2004

Das Groninger Museum zeigte 200 herausragende Arbeiten fernöstlichen Porzellans aus den wichtigsten Sammlungen der Niederlande. Die Ausstellung markierte den Abschied des Konservators Prof. Dr. Chritiaan Jörg, dem international bekannten Experten auf dem Gebiet von Porzellan aus Fernost. Jörg hat sich verabschiedet in den vorzeitigen Ruhestand und veranschaulicht mit diesen von ihm persönlich aus den Sammlungen des Rijksmuseum in Amsterdam, Princessehof in Leeuwarden, Gemeentemuseum in Den Haag und Groninger Museum ausgewählten Stücken welche Qualität die “Kollektion Niederlande” auf diesem Gebiet zu bieten hat.

Fernöstliche Keramik steht im Zusammenhang mit der Ostindischen Kompanie die Verbindungen nach China und Japan unterhielt und von dort Schiffsladungen Porzellan mitbrachte. Dieses Porzellan wurde bereits schnell ein selbstverständlicher Bestandteil niederländischer Interieurs. Porzellan ist aber auch ein Beispiel der kulturellen Interaktion zwischen Ost und West, wobei die Niederlande eine zentrale Funktion inne hatten. Es erzählt die Geschichte der asiatischen Handelsexpansion. Verbindende Themen sind der Export chinesischen und japanischen Porzellans, zuerst nach Südostasien, und ab dem 17. Jahrhundert in westlicher Richtung, und die enorme Vielfalt der Formen, Dekorationen und Funktionen.

Ungefähr 200 herausragende Werke chinesischen und japanischen Porzellans aus dem 14. bis 19. Jahrhundert werden im Starck–Pavillon ausgestellt. Die Werke gehören zu den schönsten und wichtigsten Sammlungen, die es in den Niederlanden auf diesem Gebiet gibt. Gezeigt werden äußerst seltene Objekte wie eine große farbige Fischschale aus dem 18. Jahrhundert, die rundum mit Szenen der Porzellanherstellung dekoriert wurde (Den Haag), Ming-Porzellan mit einer Blumenverzierung in kupferroter Unterglasur (Leeuwarden), eine große, sehr fein bemalte Schale aus Karacken-Porzellan (Amsterdam) und eine grandiose Schüssel mit einer Reihe von Szenen aus einem chinesischen Liebesroman in grünen Emailefarben (Groningen).

Vor einiger Zeit trafen die genannten Museen eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit, um ihre Sammlungen fernöstlichen Porzellans ins Rampenlicht zu stellen.

Chritiaan Jörg war 26 Jahre lang als Spezialist im Groninger Museum tätig und geht am 1. Dezember 2003 in Pension. Er ist Experte für fernöstliche Keramik, Ost-West Beziehungen, außerordentlicher Professor an der Rijksuniversiteit van Leiden und Vorzitzender der Vereinigung Freunde der Asiatischen Kunst.