Ausstellung

Circle of Trust

Folkert de Jong - Selected works 2001 - 2009

11 Oktober 2009 bis 11 April 2010

Das Groninger Museum präsentierte vom 11. Oktober 2009 bis 11. April 2010 die erste große Soloausstellung vom Werk des Künstlers Folkert de Jong (Egmond aan Zee, 1972) in den Niederlanden. Die Werkschau zeigte eine große Auswahl an Skulpturen, bisher noch nicht ausgestellte Zeichnungen und neue monumentale Arbeiten.

Folkert de Jong ist einer der auffallendsten niederländischen Gegenwartskünstler, der auch international erfolgreich ist. De Jong war im Jahr 2001 mit dem Werk The Iceman Cometh in der Gruppenausstellung Stroomversnelling im Groninger Museum vertreten und kehrt nun, nach acht Jahren, mit einer umfangreichen Soloschau auf zwei Etagen in den Groninger Kunsttempel zurück. Abgesehen von einer großen Auswahl an Skulpturen zeigt die Ausstellung – als Premiere – auch eine Sammlung bisher noch nicht gezeigter Zeichnungen. Neben Leihgaben aus Europa, den USA und Kanada werden auch neue monumentale Werke gezeigt, die De Jong für die Sammlung des Groninger Museums geschaffen hat.

Folkert de Jong ist von seinen lebensgroßen Skulpturengruppen her bekannt. Als Werkstoff verwendete er hierfür Styrofoam und Polyurethanschaum, das als Isolationsmaterial u.a. im Bau, Architekturbereich und Kulissenbau der Filmindustrie Hollywoods Verwendung findet. Mit diesem in der Kunst ungebräuchlichen, aus der petrochemischen Industrie stammenden Material kreiert De Jong ungewöhnliche und komplexe Bilder von grotesken Welten, mit Themen wie Macht, Gewalt, Katastrophen und anderen beunruhigenden Aspekten der menschlichen Verfassung. Fasziniert von den Katakomben der menschlichen Seele, entführt der Künstler den Betrachter in eine Welt, in der das Bizarre und das Verletzliche aufeinandertreffen.

Im Laufe der Jahre sind die Skulpturen von Folkert de Jong technisch virtuoser und bildhafter geworden. Es scheint, als wären seine Skulpturengruppen mühelos dem Material entsprungen. Die ersten Skulpturen sehen rau und unvollendet aus. Sie sind meist monochrom blau und rosa - die ursprünglichen Farben von Styrofoam. Später führt De Jong eine reichere Farbpalette in sein Werk ein; ihm gelingt eine geschickte Kombination von Figuration, Abstraktion und Symbolik. Seine Skulpturen sind oft lebensgroß. Hierdurch erhält der Betrachter die Gelegenheit, im gleichwertigen Größenverhältnis zu den Skulpturen, Zeuge der mitreißenden oft bedrohlichen Szenen wie die des Iceman Cometh und Cyan Kali zu sein.

Les Saltimbanques, eine neuere Skulpturengruppe, die ohne weiteres aus der gleichnamigen Gemäldereihe Picassos aus dem Jahre 1905 ausweggelaufen sein könnte, ist ein bedeutender Wendepunkt in De Jongs oeuvre. Anstelle der drohenden zurückgehaltenen Aggression ist die Besinnung auf das eigentliche Künstlertum ein wichtiges Thema in diesem Werk. De Jong nutzt die melancholisch verstummten Bilder als Metapher für die Rolle des Künstlers in der Gesellschaft.De Jongs Skulpturen wurden weltweit u.a. in folgende private und öffentliche Sammlungen aufgenommen: Saatchi Collection London, Margulies Collection Miami, Chadha Collection Amsterdam, HVCCA Museum New York, Gemeentemuseum Den Haag und Musée des Beaux-arts in Montreal. Folkert de Jong studierte an der Rijksakademie van Beeldende Kunsten in Amsterdam und erhielt verschiedene Preise für sein Werk, u.a. den Prix de Rome Skulptur, den Den Haag Skulptuur Award und den Charlotte Köhler Preis.

Diese Ausstellung wurde zusammengestellt von den Konservatoren des Groninger Museums, Sue-an van der Zijpp und Mark Wilson, in Zusammenarbeit mit dem OFFICE For Contemporary Art, Amsterdam.

  • Folkert de Jong - The Sculptor, The Devil and The Architect. Foto: Aatjan Renders, Amsterdam © 2006 OFFICE For Contemporary Art