Ausstellung

Siebdrucke aus der eigenen Sammlung

23 September 2016 bis 29 Januar 2017

Seit den 1960er-Jahren bedienen sich viele moderne Künstler der Technik des Siebdrucks. Einer der ersten war Andy Warhol, von dem die Serie Ladies and Gentlemen zu sehen ist. Auch abstrakt arbeitende Künstler fertigten Siebdrucke an, um ihre Arbeiten in einer gewissen Auflage verbreiten zu können. Oft wurden sie in einer Mappe oder Box mit mehreren Drucken zugleich (mindestens fünf, oft jedoch Dutzenden „Themenvariationen“) herausgegeben. Hier im Zeichenkabinett wird eine Auswahl solcher Serien aus der Sammlung des Groninger Museums präsentiert.

François Morellet stellte seine Siebdrucke nach eigenen Bildern her, die er in den vorhergehenden zehn Jahren gemalt hatte. Jeder Druck ist somit eine eigenständige Arbeit. Bei der Mappe von Gerhard von Graevenitz ist dahingegen, in Form eines aus immer mehr Linien zusammengesetzten Musters, deutlich ein roter Faden erkennbar. Hans Koetsier nimmt die Sprache als Ausgangspunkt für seine Arbeiten, wobei das Wechselspiel von Form und Farbe der Buchstaben mindestens ebenso wichtig ist wie die eventuelle Bedeutung des Textes. Dieses spielerische Element, dann jedoch ausschließlich in abstrakter Form, findet sich auch in Bonies‘ Serie.


Die kleinsten Drucke stammen von Raoul De Keyser, der in subtiler Weise die Grenze zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion auslotet. Die Siebdrucke von Dick Bruna wurden als einzige nicht gemeinsam in einer Mappe herausgegeben. Sie entstanden nach Zeichnungen aus den eigenen weltberühmten Kinderbüchern mit ihren charakteristischen einfachen Formen und klaren Farben. Die Nähe von Brunas Arbeiten zu denen seiner abstrakter arbeitenden Kollegen ist augenfällig.

  • Hans Koetsier, I Want Absolute Power, 1978, collectie Groninger Museum
  • Dick Bruna, geen titel, 1986, collectie Groninger Museum
  • François Morellet, Album met 10 zeefdrukken uit 10 jaren, 1975, collectie Groninger Museum