Danielle Kwaaitaal - Whispering Waters

15. Januar 2009

Vom 14. März bis 31. Mai 2009 präsentiert das Groninger Museum im "Grünen Saal" neue Werke der Künstlerin Danielle Kwaaitaal (Bussum, 1964). Whispering Waters (2009) ist eine Serie Unterwasserfotos, die Kwaaitaal in Zusammenarbeit mit der Modeschöpferin Mada van Gaans machte.

Im Werk von Danielle Kwaaitaal spielt die Bedeutung der Frau eine wichtige Rolle. Kwaaitaal ist sowohl im menschlichen als im künstlerischen Sinn fasziniert vom “Schönheitsideal“. In ihrem neuen Werk sucht sie den Anschluss zur Modewelt, um Schönheit als gesellschaftliches Problem ins Rampenlicht zu stellen. Mode beeinflusst die Art und Weise, in der Frauen sich selbst und andere Menschen betrachten. In Whispering Waters begibt die Frau sich auf die Suche nach ihrer Identität und findet sich wieder in einer dunklen und isolierten Welt. Kwaaitaal scheint hiermit aussagen zu wollen, dass die gegenwärtige Diktatur der Mode und Schönheitsindustrie kein Beitrag zum Aufbau des “Ichs“ ist, sondern dies eher vernichtet. Die Reflexion des Frauseins ist auch in diesen Werken deutlich erkennbar; durch die Skulpturalität und das Verschwinden des sichtbaren “Ichs“ schlägt Kwaaitaal mit Whispering Waters einen neuen Weg ein.

Kwaaitaals Faszination für Wasser und weibliche Formen äußerte sie zum ersten Mal mit der Serie Bubbling aus dem Jahr 1994. Bubbling, auch Teil dieser Ausstellung, zeigt unter Wasser getauchte Körperteile, die im Zusammenspiel mit den vielen Luftblasen wundersame und rätselhafte Bilder hervorrufen. In der Serie Whispering Waters verlässt Kwaaitaal diese Abstrahierung des menschlichen Körpers und begibt sich auf die Suche nach kräftigen Formen und weiblicher Identität. Dies resultiert in Szenen aus einer beklemmenden Welt, die von nymphenhaften Wesen bevölkert ist.

Speziell für diese Ausstellung hat Danielle Kwaaitaal die Modeschöpferin Mada van Gaans beauftragt, einige “Unterwasserkleider“ zu entwerfen. “Ihr virtuoser Gebrauch von Stoffen und ihr außergewöhnliches Gefühl für Farben schließen sich nahtlos den hervorgerufenen Bildern an, in denen harte Konturen und seidenweiche Farbübergänge Hand in Hand gehen“, so Kwaaitaal. Die Kleider werden von Catwalk-Modellen und Synchronschwimmerinnen des Schwimmvereins ZPCH aus Hoofddorp, die aus diesem Anlass als Unterwassermodelle auftraten und hierfür eine spezielle Choreografie ausführten.

Kwaaitaal ist eine Pionierin auf dem Gebiet der digital manipulierten Fotografie. Die Serie Bodyscapes (1992) schuf sie mithilfe eines Paintboxcomputers, mit dem sie Bilder von Körperteilen zu “Körperlandschaften“ zusammenschmolz. Nach dem im selben Verfahren geschaffenen Bubbling folgten andere Serien wie Airheads – Unterwasserporträtfotos von Typen aus der Amsterdamer Clubszene. 1994 gründete Kwaaitaal Techno Creations, eines der ersten VJ-Kollektive, mit dem sie ihr Werk bei einem anderen und jüngeren Publikum bekannt machte. Ihr Unterwassermärchen FLO (2004) war eine Ode auf den weiblichen Körper mit einer sinnlichen Ellen ten Damme in der Hauptrolle.

Kwaaitaal gestaltete auch Werke für den öffentlichen Raum. Für ein Stadtbezirksbüro in Bos en Lommer schuf sie große Fotowände, in denen marokkanische und niederländische Landschaften ineinander überfließen. Für den internationalen Flughafen Schiphol kreierte sie Tracing Reality (2008), eine Reihe fotografischer Panoramen, die hinter der Zollabfertigung im B/C-Korridor zu sehen sind.

Publikation
Zur Ausstellung erscheint die Ausgabe Whispering Waters
40 Seiten, 20 Full-color Abbildungen
Hardcover,17 x 23 cm, stehend
Vorwort: Pietje Tegenbosch
Verleger: d'jonge Hond - Harderwijk. www.dejongehond.nl
ISBN: 978 90 89101 211
Preis: € 18,95

Mit danke an
Het Amsterdams Fonds voor de Kunst, Torch Gallery Amsterdam, und Het Prins Bernhard Cultuurfonds.

Notiz an die Redaktion
Weitere Informationen erteilen: Evelien Bijlefeld, ebijlefeld@groningermuseum.nl, Josee Selbach, jselbach@groningermuseum.nl +31-(0)50-3666555, www.groningermuseum.nl.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 10.00-17.00 Uhr, freitags bis 22.00 Uhr.
Geschlossen: montags, 25. Dezember und 1. Januar.