Der Kreis um Kirchner. Expressionismus aus den Bergen

20. Juni 2007

Ernst Ludwig Kirchner, Jan Wiegers, Albert Müller, Hermann Scherer, Philip Bauknecht

Vom 15. September 2007 bis 13. Januar 2008 präsentiert das Groninger Museum die Ausstellung Der Kreis um Kirchner - Expressionismus aus den Bergen. Die Umfangreiche Ausstellung konzentriert sich auf Künstler, die von 1920-1926 in der Umgebung von Davos enge Kontakte zu Ernst Ludwig Kirchner unterhielten.


In der Ausstellung Der Kreis um Kirchner - Expressionismus aus den Bergen werden zum ersten Mal Werke von Kirchner und den jungen Künstlern zusammengetragen, die in der Periode 1920-1926 von seinen Errungenschaften profitierten: Wiegers, Müller, Scherer, Camenisch und Bauknecht. Anhand von Gemälden, Grafiken und Holzskulpturen wird veranschaulicht, wie in der Umgebung von Davos eine expressionistische Mentalität entstehen konnte. Diese Mentalität lässt sich zwar auf das Werk Kirchners zurückführen, sie wurde aber auch stark geprägt durch die Eigenschaften der lokalen Umgebung und Situation. Schließlich dauerte die Periode des “heftigen” und gemeinsam praktizierten Expressionismus nur kurz, was vor allem auf den frühen Tod von Scherer (1926) und Müller (1927) zurückzuführen ist. Wiegers, der sich im Zeitraum 1920-1921 und im Jahr 1925 in der Umgebung von Davos aufhielt, begann ab 1927 vorsichtig damit neue Wege zu beschreiten. Die von ihm bezogenen Inspirationen führten innerhalb der Groninger Künstlergruppe De Ploeg zu einer eigenen Variante des Schweizer Expressionismus – gegenwärtig angedeutet als Groninger Expressionismus – mit wichtigen Vertretern wie Jan Wiegers, Jan Altink, Hendrik Werkman und Johan Dijkstra.

Die Ausstellung Der Kreis um Kirchner - Expressionismus aus den Bergen verbindet nicht nur den Expressionismus von De Ploeg mit dem Kirchners und Schweizer Künstler, sie zeigt darüber hinaus, wie geteilte Ansichten und Arbeitsweisen in expressive Gemälde, Arbeiten auf Papier und Skulpturen umgesetzt werden konnten, die allesamt Ausdrucksformen persönlicher Gefühle sind. Anhand von unterschiedlichen Kunstwerken wird das Bild eines vitalen Expressionismus mit eigenen Charakterzügen skizziert.

Forschungsarbeit
Die in den vergangenen Jahren im Groninger Museum ausgeführte orientierende Forschungsarbeit zum nordeuropäischen Expressionismus brachte ans Licht, dass es nach dem Ersten Weltkrieg eine zweite expressionistische Welle gab, die ursprünglicher und reicher war, als man bisher angenommen hatte. Ferner veranschaulichte sie, dass der Expressionismus in Groningen eine weniger isolierte Position einnahm, Teil einer breiteren expressionistischen Strömung war und vor allem deutliche Verwandtschaft mit dem Expressionismus in der Schweiz aufweist.

Zusammenarbeit Die Ausstellung ist eine Initiative des Groninger Museums und wird organisiert in enger Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Bern und dem Bündner Kunstmuseum Chur, jeweils erste und letzte Station der Ausstellung.

Buch
Zur Ausstellung erscheint ein reich illustriertes Buch. Niederländische Museumsausgabe ISBN 978-90-71691-63-8 . Herausgegeben vom Verlagshaus Scheidegger & Spiess AG, 8001 Zürich www.scheidegger-spiess.ch

Die Ausstellung ist an drei Orten zu sehen:
Kunstmuseum Bern, 27. April – 19. August 2007
Groninger Museum Groningen, 15. September 2007 - 13. Januar 2008
Bündner Kunstmuseum Chur, 16. Februar – 25. Mai 2008

Notiz an die Redaktion
Konservator: Han Steenbruggen
Ausstellungsgestaltung: Mark Wilson
Weitere Informationen: Groninger Museum, Josee Selbach +31-(0)50-3666555, jselbach@groningermuseum.nl
www.groningermuseum.nl