Ausstellung

Der Student in Groningen 1614-2014

01 März 2014 biß 31 August 2014

Seit der Gründung der Groninger Universität im Jahr 1614 sind Studenten Teil der Stadtbevölkerung. Neben dem Wissenserwerb sind Studenten vor allem daran interessiert, soziale Fähigkeiten zu entwickeln. Das ermöglicht die Universität, da sie nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch des Lebens ist. Dieser zweite Aspekt des Studentenlebens bildet den Mittelpunkt der Ausstellung. Lange Zeit machten die Studenten vier bis fünf Prozent der Groninger Bevölkerung aus, aber in den letzten fünfzig Jahren stieg ihre Zahl sprunghaft an. Aktuell sind 20 Prozent der Einwohner Groningens Studenten.

  • Bild: Sacha de Boer
  • Jan Jr. Wassenbergh, De pijproker (De luie student), z.j., Olieverf/paneel, 77,5 x 63 cm, collectie Groninger Museum

Aus den ersten Jahrhunderten werden vor allem besondere Poesiealben mit Gedichten, Widmungen und Zeichnungen der Studenten präsentiert. Seit 1815 bestanden unabhängige Studentenverbände mit eigenen Vereinen, die regelmäßig Aufmärsche und Umzüge in der Stadt veranstalteten und so für Unterhaltung und Vergnügungen sorgten. Viele Studenten stammten aus der Region, andere kamen von weit her. So wurden in der Vergangenheit kalvinistische Theologen aus Ostfriesland und der Grafschaft Bentheim an der Groninger Universität ausgebildet. Heute kommen junge Menschen aus aller Welt nach Groningen, um hier zu studieren. Auch der Sport in Groningen erhielt wichtige Impulse von den hiesigen Studenten. Und in den Kriegen von 1665, 1672, 1831 und 1940-45 trugen Studenten ihren Teil zum Widerstand gegen den Feind bei, weshalb die Stadtväter in solchen Momenten besonders stolz auf ihre Studenten waren.

In der Ausstellung werden Gegenstände aus vier Jahrhunderten studentischen Lebens in Groningen gezeigt. Besonderes Augenmerk liegt auf den zahlreichen historischen Maskenumzügen, die von 1836 bis 1914 stattfanden und großen Eindruck auf die Stadtbewohner machten. Der Großteil der Ausstellung befasst sich mit der Studentenkultur und ihren typischen Äußerungsformen, wie eigenen Mützen, Liedern sowie den Farben und Plakaten der Studentenvereinigungen, an deren Entstehung bekannte Groninger Künstler wie Eerelman, Bach, Dijkstra und Van der Zee beteiligt waren. Darüber hinaus brachte die Groninger Studentenwelt Künstler wie Seth Gaaikema, Pé Daalemmer & Rooie Rinus sowie die Band IsOokSchitterend hervor! Auch an den Olympischen Spielen nahmen Studenten aus Groningen teil, und der Student Epke Zonderland holte sogar olympisches Gold.

Mit Aufpassern, Kutschern und Bediensteten entwickelte sich sogar ein eigener Wirtschaftszweig speziell für die Studenten, was für die Groninger Bürger nicht immer angenehm war, aber auch Geld in die Kassen spülte. Studenten sorgten und sorgen noch immer für Umsatz und Unterhaltung vor allem in der Gastronomie und beim Mittelstand.

Die Ausstellung findet im Rahmen der Vierhundertjahrfeier der Universität Groningen statt und wird durch Leihgaben ermöglicht, die vom Universitätsmuseum Groningen, der Universitätsbibliothek Groningen, den Groninger Archiven, den Chargierten/Vorständen und ehemaligen Mitgliedern der zahllosen Studentenvereinigungen sowie von privaten Sammlern zur Verfügung gestellt wurden.

Die Ausstellung kann vom 1. März bis 31. August 2014 besucht werden.