Erste große Einzelausstellung von Joris Laarman

Groninger Museum, 22. November 2015 – 10. April 2016

Das Groninger Museum präsentiert die erste große Einzelausstellung des niederländischen Designers, Erfinders und Künstlers Joris Laarman (Borculo, 1979). Die Übersichtsschau mit dem Titel Joris Laarman Lab umfasst frühe Entwürfe wie auch jüngste Werke. Nach Groningen geht die Ausstellung auf Reisen und wird unter anderem in Paris und New York zu sehen sein.

Laarmans Entwürfe sind an der Schnittstelle von Design, Kunst und Wissenschaft anzusiedeln. Sie untersuchen zukunftweisende Materialien und innovative Technologien, wobei das Experiment wesentlicher Bestandteil der Arbeit ist. Laarman war bereits auf zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland vertreten und prestigeträchtige Museen wie das Museum of Modern Art in New York, das Centre Pompidou in Paris und das Victoria & Albert Museum in London erwarben seine Werke.

Sein Studium an der Design Academy in Eindhoven schloss Laarman 2003 mit dem Project Reinventing functionality mit Auszeichnung ab. Als Statement gegen den funktionalistischen Minimalismus entwarf er einen barock anmutenden Heizkörper. Die verspielten Schnörkel vergrößern die Oberfläche des Heizkörpers, so dass er mehr Wärme in die Umgebung abgibt. Fast schon den Status eines Klassikers hat Laarmans auffällig organisch gestalteter Bone Chair. Seine Form ergab sich aus Computeralgorithmen, die das Knochenwachstum nachempfinden: Wo große Stabilität erforderlich ist, so dick wie nötig, an den Stellen jedoch, wo der Stuhl weniger belastet wird, so dünn wie möglich.

Mit seiner Partnerin Anita Star gründete Laarman 2004 das Joris Laarman Lab. Ein interdisziplinäres Team erforscht anhand von Studien, Experimenten und mit Einsatz innovativer Technologie die Zukunftsperspektiven von Design. Beispiele dafür sind herunterladbare Puzzlemöbel, die man zu Hause mit einem 3D-Drucker ausdrucken kann, oder das avancierte 3D-Roboter-Druckverfahren MX3D. Mit diesem Verfahren wird derzeit in Amsterdam eine vollständig funktionsfähige Brücke über eine Gracht gedruckt.

Das Groninger Museum verfolgt Laarmans Werdegang seit Jahren aufmerksam und besitzt wegweisende Arbeiten wie Bone Chaise, Bookshelf und die Tischserie Digital Matter. Eigens für die Ausstellung wird Laarman eine Skulptur in demselben Druckverfahren anfertigen, das für die Amsterdamer Brücke eingesetzt wird. Joris Laarman Lab ist ein weiteres Beispiel für die Ausstellungen des Groninger Museums an der Grenze zwischen Design und Kunst. Dem Entstehungsprozess und technischen Hintergrund gilt dabei besonderes Augenmerk. Überdies ist eine Vielzahl experimenteller Objekte zu sehen.

Ästhetik, Einfallsreichtum, Hightech und Wissenschaft verzahnen sich in der Ausstellung, die ältere Werke ebenso würdigt wie aktuelle Entwürfe. Zusammengestellt wurde die Schau von der Kuratorin für zeitgenössische bildende Kunst, Design und Mode, Sue-an van der Zijpp, und dem Chefkurator Mark Wilson.

Nach Groningen wird Joris Laarman Lab u. a. noch im Musée des Arts Décoratifs (Paris), dem Cooper Hewitt Smithsonian Design Museum (New York), dem High Museum of Art (Atlanta) und dem Museum of Fine Arts Houston gezeigt.
Publikation
Zur Ausstellung erscheint eine erste Monografie des Joris Laarman Lab.
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Hinweis für die Redaktion
Für weitere Informationen und Bildmaterial setzen Sie sich bitte mit dem Groninger Museum in Verbindung: Regina Zwaagstra rzwaagstra@groningermuseum.nl, Tel. +31 50 3666510

Joris Laarman steht auch für Interviews zur Verfügung.

Bilder Joris Laarman Lab - 1

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Bilder Joris Laarman Lab - 2

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Bilder Joris Laarman Lab - 3

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