Ausstellung

Entdeckund der eigene Landschaft

04 September 2004 bis 16 Januar 2005

Im 18. Jahrhundert entdeckte man mehr und mehr die hiesige Landschaft, die auf "romantische" Weise betrachtet und gemalt wurde. Der Schwerpunkt lag auf der als pittoresk erfahrenen, so genannten "Drenther" Landschaft mit ihren Sandwegen, verfallenen Häusern und bizarren Bäumen. Der geschätzte Landschaftstyp beginnt eigentlich bereits in der Provinz Groningen, direkt im Süden der Stadt Groningen, und war auch kennzeichnend für Westerwolde mit dem besonderen Kloster in Ter Apel.

In Groningen waren um 1800 Künstler wie Hendrik Lofvers (1739-1806) und Anton Koster (1769-1840) aktiv. Ein junger Nachahmer war Assuerus Quaestius (1815-1887). Obwohl eine gewisse romantische Verzerrung charakteristisch für die Werke ist, beabsichtigten die Künstler ein Bild der hiesigen Landschaft wiederzugeben. Die Werke sind gefüllt mit liebenswerten Details: Brücken, Rindern, aus Walkiefern angefertigte Scheuerpfähle für das Vieh und Hausierer mit ihren Kiepen.In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wuchs das Interesse an der lokalen Landschaft in beachtlichem Maße. Es entstanden viele Zeichnungen und Drucke mit Stadt- und Dorfansichten. Sehenswürdigkeiten wurden immens populär. Auch die mehr wasserreichen und flachen Gebiete des Groninger und friesischen Landes mit Kühen, fliegenden Händlern und Schiffen wurden beliebt.

In den Aquarellen von P. Moolenbergh (ca.1773-1807) ist gut zu erkennen, wie eine gemalte Inneneinrichtung und eine Landschaft in einem Werk zusammengefügt wurden. Ein großer Meister der "Drenther" Landschaft war der in Groningen geborene Egbert van Drielst (1745-1818). Von Gerardus Wieringa (1758-1817) sind sowohl mehrere zimmerbreite Wandgemälde als auch ein Kamingemälde erhalten geblieben. Letztgenanntes wird im Kupferstichkabinett zu sehen sein.

Die Ausstellung stellt unsere Vorstellung von der “Ur”-Landschaft im Norden der Niederlande vor über 200 Jahren dar. Einige kürzlich vom Groninger Museum angekaufte Werke werden jetzt zum ersten Mal ausgestellt: ein Aquarell von Moolenbergh und zwei Werke von Koster.