Ausstellung

Femmes Fatales

1860-1910

18 Januar 2003 bis 04 Mai 2003

Im späten 19. Jahrhundert wird in der bildenden Kunst und Literatur auffallend vielen Themen, bei denen die Beziehung zwischen Mann und Frau eine zentrale Rolle spielt, große Aufmerksamkeit gewidmet. Figuren aus der griechischen Mythologie und Personen aus biblischen Geschichten werden vielfältig abgebildet. Überall tauchen Sphinxe, Salomés, Kleopatras, Medeen und Zirzen auf. Themen wie Macht, Sexualität, Tod und der Mann als Opfer dienen als Anhaltspunkte, um tiefer auf die Geheimnisse der Femme fatale einzugehen.

John William Waterhouse verwendete Geschichten aus der griechischen Mythologie. Er manipulierte die Geschichten so, dass der Betrachter Teil seiner Darstellung wird, wie in dem Gemälde Zirze übergibt den Becher an Odysseus. In der Geschichte reicht Zirze Odysseus einen Pokal mit Zaubertrank. Odysseus ist aber nicht direkt im Gemälde sichtbar, vielmehr nimmt der Betrachter seine Position ein. Odysseus’ Anwesenheit wird durch die Reflexion im Spiegel erkennbar.

Eine besondere Stellung in der Ausstellung nimmt der norwegische Künstler Edward Munch ein. Munch baute ein Oeuvre mit Darstellungen von sexuell aggressiven Frauenfiguren auf, denen er Titel wie Vampir, Xanthippe, Die Sphinx, Salomé und Das Mädchen und das Herz gab. Männer werden oft als Opfer dargestellt. Im Gegensatz zu den anderen Künstlern der Ausstellung ist Munchs Werk größtenteils autobiografisch. Moralische Erwägungen zählen nicht oder kaum für die Femme fatale. Männer werden von ihr verführt und verschlungen. Die Ausstellung zeigt die Femme fatale in all ihren Facetten.

Mit Femmes Fatales knüpft der Kurator der Ausstellung an das Thema der Ausstellung Das Geheimnis an, die 1972 im Groninger Museum lief. Die Ausstellungspolitik sieht vor, einmal im Jahr eine Ausstellung mit einem Thema zu veranstalten, dessen Wurzeln in der Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts liegen. Die Ausstellung kam in Zusammenarbeit mit dem Königlichen Museum für Schöne Künste in Antwerpen zustande, wo sie nach der Groninger Präsentation zu sehen sein wird.