Glauben im Glanz

10. Juni 2006

Das Groninger Museum präsentiert katholisches und protestantisches Kirchensilber aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Die Ausstellung Glauben im Glanz. Kirchensilber in Groningen läuft vom 16. Juni bis 24. Oktober 2006 im Ovalen Saal West.

Bei der Feier des Letzten Abendmahls von Jesus verwenden die katholischen und protestantischen Kirchen prächtige Silbergeräte. Bemerkenswert viele Stücke des katholischen Kirchensilbers aus Groninger stammen aus dem 17. Jahrhundert und wurden in Flandern hergestellt. Die Priester genossen oftmals ihre Ausbildung im katholischen Flandern und brachten von dort das Kirchensilber mit. So gelangten prachtvoll verzierte Gegenstände des Antwerpener Silberschmieds Antonius le Pies nach Groningen. Viele der Gegenstände wie ein Altarkreuz, Kerzenleuchter und ein Missal, die auch in der Ausstellung gezeigt werden, haben viele Jahre auf einem Altar gestanden. Auch speziell während der Messe verwendete Objekte wie Wein- und Wasserkännchen und die "Vasa sacra" bzw. geweihte Gefäße werden in dieser Ausstellung präsentiert; der Kelch, die Ziborie und die Monstranz, in denen meistens die Hostien aufbewahrt wurden. In der Lehre der katholischen Kirche werden Brot (die Hostie) und Wein wortwörtlich als Jesus' Körper und Blut angesehen. Während besonderer kirchlicher Anlässe wird die Hostie mitunter auch in einer Monstranz präsentiert und verehrt. Ein besonderes Exemplar wurde im Jahre 1523 für die Kirche im ostfriesischen Campen hergestellt. Kurze Zeit, nachdem die Monstranz geweiht worden war, trat das Dorf zum Protestantismus über. Ein treuer Katholik nahm die Monstranz mit in die Stadt Groningen, die noch bis 1594 katholisch blieb. Hier hob man sie in der katholischen Gemeinschaft auf. Vom letzten Viertel des 17. Jahrhunderts an wurden für die katholischen Einwohner Groningens kleine verborgene Kirchen geduldet. Treue Katholiken schenkten den Kirchen das alte Silber. In der protestantischen Kirche sind beim Zelebrieren des Letzten Abendmahls Brot und Wein Symbole von Jesus' Opfer am Kreuz. Das in der protestantischen Kirche verwendete Silber ist oft schlichter. In der Ausstellung im Groninger Museum sind die im 17. Jahrhundert von Groninger Silberschmieden hergestellten und mit schönen Gravuren versehenen Weinbecher der Martinikirche und der A-Kirche zu sehen. Auf den Bechern sind die Kirchen abgebildet. Im 19. wurden diesen Bechern noch Brotschalen, Opferstäbe und Kerzenleuchter hinzugefügt.

Das Kirchensilber des Groninger Museums besteht hauptsächlich aus Dauerleihgaben der verschiedenen Groninger Kirchen.

Notiz an die Redaktion
Ausstellungskoordinator: Egge Knol
Gestaltung der Ausstellung: Mark Wilson
Weitere Informationen: Josee Selbach, jselbach@groningermuseum, +31-(0)50 3666555.
www.groningermuseum.nl