Ausstellung

Groninger Tracht - Viktor & Rolf

27 März 2004 bis 30 Oktober 2005

Das Groninger Museum präsentiert im blauen Saal des De Lucchi-Pavillons die Ausstellung Groninger Tracht / Viktor & Rolf. Die Präsentation umfasst sechs bisher noch nicht gezeigte neue Ankäufe von Viktor & Rolf aus den aufeinander folgenden Serien Black Hole und White. Sie werden gemeinsam in einem Raum mit fünf Groninger Trachtenkombinationen und einer Auswahl hiesiger Schmuckstücke aus dem 19. Jahrhundert gezeigt.

Die niederländischen Modedesigner Viktor Horsting und Rolf Snoeren - beide geboren im Jahre 1969 - untersuchen das Grenzgebiet zwischen Mode und Kunst. Mit der Serie Black Hole (Herbst-Winter 2001-2002), die kurz vor den Anschlägen vom 11. September 2001 herauskam, erforschten die Modeschöpfer das schwarze Loch. Das alles Licht und alle Energie absorbierende schwarze Loch war ihr Ausgangspunkt, von wo aus sie etwas Positives, etwas Kreatives schaffen wollten. White (Frühjahr-Sommer 2002) war die Reihe die folgte. Weiß, oft für Braukleidung verwendet, ist auch die "Farbe" für Mädchen, die ihre erste Kommunion empfangen und damit zur Messe in der römisch-katholischen Kirche zugelassen werden. Auf der Schwelle zu einem neuen Lebensabschnitt wird oft Weiß getragen. Die Serie unterstreicht damit das Gute, Liebe, Reinheit und eine positive Einstellung. Eine in Kleidungsstücke von Viktor & Rolf gehüllte Person wird von der Botschaft der entworfenen Serie fast zugedeckt.

In derselben Art und Weise hatten die Groninger Frauen im 19. Jahrhundert mit ihren Trachten eine symbolische Funktion: Sie sagten etwas über den Wohlstand und die Herkunft ihrer Familie aus. Auf eigene Weise wurde die - vor allem in Paris bestimmte - zeitgenössische Mode übertragen. Die Form der Ärmel und Halsausschnitte, die verwendeten Stoffe und der Entwurfsstil der Schmuckstücke folgten dem damaligen Modetrend. Gleichzeitig hielt man an der eigenen regionalen Tracht fest, die sich aus einer Jacke, einem Rock mit Schürze sowie einem Halstuch und goldenen Ohreisen zusammensetzte. Über der goldenen Kopfbedeckung wurde ein zierliches Spitzenhäubchen getragen. Die prächtigen Schmuckstücke wurden von örtlichen Gold- und Silberschmieden angefertigt. Verschiedene regionale Schmuckstücke stammen aus der Sammlung von Frau Clevering-Meijer und dem früheren Groninger Juwelier Louis Anholt.