Hussein Chalayan, 10 Jahre Arbeit

21. Januar 2005

Das Groninger Museum präsentiert vom 17. April bis 4. September 2005 die erste große Soloausstellung des türkisch-zypriotischen Modeschöpfers Hussein Chalayan (Nikosia, 1970). In den vergangenen 10 Jahren hat Hussein Chalayan über zwanzig Kollektionen realisiert, von denen die wichtigsten in dieser Werkschau in Form von Outfits, Installationen, Foto- und Videoarbeiten zu ihrem Recht kommen werden. In Zusammenarbeit mit der NAi Verlagsgruppe wird zur Ausstellung die erste Monografie über Hussein Chalayans Werk herausgebracht; zusammen bilden sie den feierlichen Rahmen seines zehnjährigen Jubiläums als Modedesigner.

Chalayan
Chalayan gehört zu den innovativsten, höchst experimentell und konzeptuell arbeitenden Modeschöpfern unserer Zeit. Mit Inspirationen, die aus unterschiedlichen Disziplinen wie Architektur, Philosophie und Anthropologie stammen, lässt sich sein Œuvre im Grenzgebiet zwischen Mode und moderner Kunst ansiedeln. Seine Themen sind häufig kulturell gesellschaftlich geprägt. Dies hat mit der persönlichen Geschichte Chalayans zu tun, der seine Identität verschiedenen Kulturen verdankt.

Mit einer Aufsehen erregenden Präsentation, für die er seine Kleidungsstücke erst begraben hatte, absolvierte Hussein Chalayan sein Studium am Londoner Central St. Martins College of Art and Design. Der Einsatz von innovativen, ungebräuchlichen Materialien und unorthodoxen Techniken, in Verbindung mit dem konzeptuellen Reichtum seiner Präsentationen, brachten ihm bei den British Fashion Awards 1999 und 2000 den Titel Designer of the Year ein. Seit 2001 veranstaltet er seine Shows während der Prêt à Porter Modewochen in Paris. Im Jahre 2002 brachte er seine erste mens-wear-Kollektion heraus. Seitdem hat her weltweit an zahllosen Ausstellungen wie der Radical Fashion im Londoner Victoria & Albert Museum, Fashion im Kyoto Costume Institute in Japan, Airmail Clothing im Musée de la Mode Palais du Louvre in Paris und der Biennale in Istanbul teilgenommen. 2001/2002 war er Artist in residence am Wexner Center (State University of Ohio). Im April 2004 eröffnete Chalayan seinen ersten Flagship Store in Tokyo, in dem der Kunde in die mediterrane Atmosphäre von Nord Zypern.

Ausstellung
In der auf zwei Etagen des Museums eingerichteten Ausstellung ist u.a. die Aufsehen erregende Installation der Kollektion Afterwords (AW 2000-2001) zu sehen. Diese Installation verweist auf die Realität von Flüchtlingen. Hierin transformieren Stuhlbekleidungen zu Kleidern, Stühle zu Koffern und ein Salontisch entpuppt sich als Rock. Ambimorphous (AW 2002-2003), ein Projekt, das sich mit kultureller Veränderung auseinander setzt, ließ sich in der (Mode-)Show als geografische und zeitliche Reise von einer Kultur zur anderen "lesen". Die Präsentation beginnt mit einem Modell, das ganz und gar in ein "ethnisches" Kostüm gehüllt ist, gefolgt von Modellen, deren Kleidung sich scheinbar "schrittweise" in ein modernes schwarzes Outfit verändert. Marcus Tomlinson, ein Videokünstler, mit dem Chalayan häufig zusammenarbeitet, hielt diese unterschiedlichen Outfits in einem Foto- und Videowerk fest. Auch die Videowerke Place to Passage (2004), das eine (innerliche) Reise von London nach Istanbul ist zum Thema hat, und Anaestetics (2004) – sein neuestes Werk - sind Bestandteile der ersten großen Solopräsentation dieses besonderen Designers.

Katalog
In Zusammenarbeit mit der NAi Verlagsgruppe erscheint die erste Monografie über Hussein Chalayans Werk. Autoren: Caroline Evans, Suzy Menkes, Bradley Quinn und Ted Polhemus. 176 Seiten Paperback, Red. Barbera van Kooij und Sue-an van der Zijpp, Preis € 29,50

Konservatorin: Sue-an van der Zijpp
Einrichtung: Mark Wilson

Notiz an die Redaktion
Weitere Informationen bei: Josee Selbach, jselbach@groningermuseum.nl , Rixt Horstmann, rhorstmann@groningermuseum.nl, 050-3666555 www.groningermuseum.nl,

Öffnungszeiten:
Di. - So. und an Feiertagen von 10.00 – 17.00 Uhr. 25. Dezember und 1. Januar geschlossen.