Ausstellung

Iris van Herpen

24 März 2012 biß 23 September 2012

Das Groninger Museum präsentiert bis 23. September 2012 die erste große Soloausstellung von Iris van Herpen (Wamel, 1984) – eine der auffallendsten Modeschöpferinnen unserer Zeit. Die Ausstellung bietet einen Überblick ihres Werks von 2008 bis heute und eine Auswahl aus den neuen Kreationen wie Capriole und der noch im Januar zu präsentierende Kollektion Micro

  • Iris van Herpen, Crystallization, July 2010, photography: BART OOMES, No 6 Studios, © Iris van Herpen
  • Iris van Herpen, Escapism, January 2011, Photo: BART OOMES, No 6 Studios, © Iris van Herpen
  • Iris van Herpen (with Isaïe Bloch), Micro, January 2012, Photo: BART OOMES, No 6 Studios, © Iris van Herpen
  • Iris van Herpen, Capriole, July 2011, Photo: BART OOMES, No 6 Studios, © Iris van Herpen
  • Iris van Herpen, Refinery smoke, July 2008, Photo: BART OOMES, No 6 Studios
  • Iris van Herpen (with Isaïe Bloch), Capriole, Haute Couture 2011, 3-D print, Photo: Ingrid Baars

Karriere
Van Herpen absolvierte 2006 ihr Studium an der ArtEZ Kunsthochschule in Arnheim, arbeitete als Praktikantin bei u.a. Alexander McQueen und lancierte 2007 eine Marke unter ihrem eigenen Namen. Ein Jahr später wurde sie für den angesehenen Createurope: The Fashion Academy Award nominiert. Ihre Kreationen wurden u.a. in Vogue, Numero, Harper’s Bazaar und Dazed and Confused behandelt. Seit 2010 bringt sie in Zusammenarbeit mit United Nude in limitierter Auflage Schuhe auf den Markt. Im Jahr 2011 wurde das von ihr entworfene 3D-Kleid von TIME Magazine als eines der fünfzig besten Erfindungen des Jahres gekürt. Van Herpen stellt ihre Werke im In- und Ausland aus. Im Jahr zuvor war sie  die Gewinnerin bei den Dutch Fashion Awards und RADO Young Designer Awards. 2011 schloss Van Herpen sich der wichtigen Chambre Syndicale de la Haute Couture an.

Fachmännisches Können und neue Techniken
Iris van Herpen ist bekannt für ihre bemerkenswerten Outfits, bei denen sie gewissenhaft traditionelles fachmännisches Können mit innovativen Techniken wie Rapid prototyping sowie radikale Materialwahl wie speziell bearbeitete Ledersorten, synthetische Bootgarne und Streben von Kinderregenschirmen verbindet. Hiermit kreiert sie sowohl organisch als futuristisch anmutende skulpturale Effekte mit verblüffend visueller Wirkung. Die Schaffung einer neuen Silhouette ist ein wichtiger Aspekt ihres Werk. Van Herpen betrachtet Mode als eine Form der Selbstdarstellung, wobei sie ihre Assoziationen und Faszination in Hinblick auf die Alltagsrealität in ihre Kollektionen einfließen lässt. Jede Kollektion hat ihre eigen Geschichte; Tragbarkeit ist hierbei nicht der Ausgangspunkt. So “handelt“ Radiation Invasion von unsichtbarer Strahlung und Signalen in unserer Umgebung, die z.B. Telekommunikation ermöglichen, Ausgangspunkt der Kollektion Synesthesia ist ein neurologisches Phänomen, bei dem eine Vermischung der sinnlichen Wahrnehmung auftritt. So gibt es z.B. Menschen, die gleichsam Musik sehen und Farben schmecken können.

Van Herpens Werk schließt sich dem wichtigen Interessensbereich des Groninger Museums an – das Grenzgebiet von Kunst, Design und Mode. Die in diesem Bereich vom Groninger Museum angekauften Kreationen sind museale Exemplare mit skulpturalen und konzeptuellen Qualitäten, die zur weiteren Reflexion in Bezug auf Mode anregen. In diesem Zusammenhang wurden vom Groninger Museum bereits Präsentationen von Modeschöpfern wie Azzedine Alaïa, Comme des Garçons, Viktor & Rolf und Hussein Chalayan veranstaltet.

Buch
Zur Ausstellung erscheint auch das erste Buch von Iris van Herpen. Das Buch beinhaltet eine Übersicht ihrer bis heute geschaffenen Kollektionen mit einem Essay des Modejournalisten Jean Paul Cauvin; herausgegeben wird es in Zusammenarbeit mit BAi Publishers.

Zusammenstellung
Die Ausstellung Iris van Herpen wurde von der Konservatorin für Zeitgenössische Kunst, Design und Mode Sue-an van der Zijpp und Hauptkonservator Mark Wilson zusammengestellt.

Die Ausstellung wurde u.a. ermöglicht durch den SNS REAAL Fonds.