Ausstellung

Marc Bijl. Urban Gothic

06 Oktober 2012 biß 01 April 2013

Zu Marc Bijls (Leerdam, 1970) Repertoire gehören u.a. Installationen, Videos, Skulpturen und Gemälde. Sein Werk setzt sich oft aus groben Baumaterialien, Wellblech, Spiegeln und triefendem schwarzen Epoxidharz zusammen. In Verbindung mit allbekannten Symbolen, (kunst-)historischen Verweisen und Slogans ist Bijls Werk eine fortdauernde Erforschung und gleichzeitig Unterminierung der die Massenkultur kennzeichnenden, unterschwelligen Machtstrukturen.

Bijl stellt regelmäßig im In- und Ausland aus. Seine Werke sind Bestandteil öffentlicher und privater Sammlungen. Im Jahr 2004 wurde er mit dem Charlotte-Köhler-Preis und 2008 mit dem Theo-Wolvencamp-Preis ausgezeichnet. Diese Ausstellung ist Bijls erste große museale Werkschau in den Niederlanden. Neben einer Auswahl früherer Arbeiten, werden auch neuere Werke gezeigt. Speziell für die Ausstellung schuf er auch ein neues Werk. Marc Bijl wohnt und arbeitet in Berlin.

Marc Bijl benutzt in seinem Werk allbekannte Logos und Bildelemente, die unmittelbar aus seiner Jugend- und Protestkultur herrühren. Auf erfindungsreiche Weise bedient er sich der Bildsprache von Multinationals und Gamekultur, um das Machtverhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft zu befragen und zu unterminieren. Ein Beispiel hierzu ist das Werk PORN, 2010, das vom Groninger Museum angekauft wurde. Dieses Werk bezieht sich auf das Werk Love von Robert Indiana, das im Laufe der Jahre als Symbol der 1960er-Love-Generation bekannt wurde. Bijl passte die Skulptur an und übertrug sie unsere Zeit. In einer Zeitwende, in der Naivität für immer verloren gegangen zu sein scheint und in der wir es mit extremer Transparenz, Verrohung und weit reichender Kommerzialisierung zu tun haben, wirkt das Symbol PORN höchsten noch wie ein trübsinniges Label der Zeit in der wir leben.

Bijls früherer Aktivismus, seine Graffiti, sein Spiel mit Markenzeichen und die Verwendung von Klischees in Bezug auf die Gothic- und Punkbewegung, mit viel schwarzem Epoxidharz und gotischen Buchstaben, hat in letzter Zeit Platz für eine ruhigere und schlichtere Bildsprache gemacht. Ohne seinen zentralen Themenkreis zu verlassen, scheint Bijl sich ein wenig vom romantischen Bild des Rebellen und Antikünstlers abzuwenden. Seine Aufmerksamkeit verlagert sich hin zu Kunstgeschichte und Modernismus. Häufig zitiert er Mondriaan, Rietveld, Rothko, aber auch Newman und Bas Jan Ader in seinem Werk, das dadurch auch strenger und besonnener geworden zu sein scheint.

Neues Werk
Bijls speziell für diese Ausstelllung neu geschaffene Werk ist seine ganz persönliche Interpretation eines traditionellen Skulpturengartens - ursprünglich ein zum Ausruhen einladender Ort, an dem man das Schöne genießen kann. Von seiner Ausführung wird eher eine verwirrende Wirkung ausgehen.   

  • Marc Bijl, La Rivoluzione siamo Noi, 2002, privat collection
  • Marc Bijl, PORN, 2010, ©Groninger Museum
  • Marc Bijl, Burning Peace, 2004, Courtesy of the artist and Upstream Gallery, Amsterdam