Mariko Mori - Oneness

22. Januar 2007

Das Groninger Museum präsentiert vom 29. April bis 2. September 2007 die Soloausstellung Oneness der japanischen Künstlerin Mariko Mori (Tokyo, 1967). Ihre erste große museale Ausstellung in den Niederlanden zeigt frühe und neueste Fotografien, Zeichnungen und Installaltionen. Höhepunkt der Werkschau ist die interaktive Installation Wave Ufo.

Mori (Tokyo, 1967) gehört zu den momentan wichtigsten jungen Künstlern. Mariko Mori studierte am Bunka Fashion College in Tokyo. 1988 zog es sie für ein Studium am Chelsea Art College nach London. Danach nahm sie an einem Weiterbildungsprogramm für Künstler am Whitney Museum in New York teil, die Stadt, in der sie - neben Tokyo - noch immer wohnt und arbeitet. Die Künstlerin erlangte Mitte der 90 Jahre mit ihrem auffallenden Multimediawerk, das sich aus inszenierten Fotos, 3-D-Videos und Installationen zusammensetzt internationale Bekanntheit. Die Gegensätze zwischen Utopie und Realität stehen bei vielen ihrer Werke im Mittelpunkt. Mori verwendet dabei sowohl Elemente der japanischen als auch westlichen Kunstgeschichte, die sie dann mit Einflüssen der zeitgenössischen populären Kultur, Design, Mode, Musik, Manga und Science-Fiction verbindet. Dies kulminierte u.a. in einer großen architektonischen Installation: Wave Ufo (1999-2002). Wave Ufo ist ein wundersames Hybrideobjekt - Maschine und gleichzeitig Skulptur – das eine Synthese zwischen den verschiedenen Formen von Reisen hervorbringt: im Raum, im Geist und in der Zeit. Der Besucher wird eingeladen das Wave Ufo zu betreten, um eine mentale Reise zu machen, wobei die Gehirnströme des Reisenden in Echtzeit grafisch wiedergegeben werden und Teil einer visionären Computeranimation werden.

In ihrem frühen Werk (Mitte der 90er Jahre) stellt Mori sich in erster Linie selbst dar. Gekleidet in bizarre Fantasieoutfits platzierte sie sich in unterschiedlichen Rollen vor dem Hintergrund der Metropole Tokyo. Nach dieser Periode präsentiert Mori sich in Fotos und Videos als eine Art modisch stilisierte spirituelle Entität. Schwebend über dem Wasser oder in einer Grotte scheint sie dem Betrachter auf dem "Pfad der Erleuchtung" vorausgehen zu wollen. Ein wichtiges Werk aus dieser Periode ist das fotografische Werk Kumano (1997-1998), das auch in der Ausstellung zu sehen ist. Dieses Werk und die Serie Esoteric Cosmos (1996-1998) markieren diese spirituelle Umkehr. Beeinflusst durch japanische Glaubensrichtungen wie Schintoismus und Buddhismus sowie durch die erneute westliche Suche nach Spiritualität verwirklichte Mori in diesem Kontext einige auffallende Installationen, die eine neue Phase ihres Künstlertums kennzeichnen.

Ein wichtiger teil der Ausstellung befasst sich mit Moris Suche nach den kosmologischen Erfahrungen unserer Vorfahren. Hierzu besuchte und dokumentierte sie in Japan und Schottland allerlei Megalithmonumente, die die Grundlage für Fotos und eine Serie Utra-Hightec-Installationen bildeten. Diese stets ihre Farbe wechselnden Werke, wie z.B. Transcircle (2004), sind eine zeitgenössische Übersetzung ihrer alten Vorbilder. Wie Megalithen und Steinringe zuweilen dazu dienten, Zeit zu bestimmen, so reagieren diese Installationen über ein spezielles Computerprogramm auf bestimmte Ereignisse im Weltall.

Mariko Mori hatte Ausstellungen in Tokyo, London und Chicago. Ihre Werke wurden u.a. angekauft vom Pariser Centre Georges Pompidou, Israel Museum, Tel-Aviv, Museum of Contemporary Art, Chicago, Prada Foundation, Italien, The Los Angeles Country of Museum Art und dem Museum of Contemporary Art in Miami.

Notiz für die Redaktion:
Zusammenstellung der Ausstellung: Sue-an van der Zijpp, Einrichtung Mark Wilson
Weitere Informationen: Josee Selbach, jselbach@groningermuseum.nl, +31-(0)50-3666555, Roel van Venrooij, rvanvenrooij@groningermuseum.nl