Ausstellung

Masquerade von Marilyn Manson

12 Januar 2014 biß 11 Mai 2014

Die Ausstellung Masquerade präsentiert Aquarelle des amerikanischen Shock-Rock-Sängers und Künstlers Marilyn Manson. Thema von Mansons Kunst ist mehr als nur die Wirklichkeit von Schmerzen und Grauen, vielmehr – vielleicht sogar in erster Linie – die Wahrnehmung dieser Phänomene. Mansons sanfte, fast zerbrechliche Linien und Farben bilden einen deutlichen Kontrast zur beklemmenden Entfremdung der Körper.

  • Marilyn Manson, I've got my arm around no one, 2005, watercolor, 76 x 56 cm
  • Marilyn Manson, Everyday It Hurts To Wake Up, 2002, watercolor, 76 x 5 cm

Manson hat oft und nachdrücklich darauf hingewiesen, dass sein Werk als bildender Künstler in engem Zusammenhang mit seiner Musik und seinen Auftritten steht. Malen ist für ihn kein Hobby, sondern ein gleichwertiges Produkt seiner künstlerischen Kreativität. Manson ist kein Popmusiker, der zur Entspannung noch ein paar Landschaftsbilder malt. Schon bei der ersten Konfrontation beschleicht den Betrachter ein unbehagliches Gefühl, und auch danach bleiben die Bilder noch lange in der Erinnerung haften. Wie auch bei seinen Auftritten entblößt Marilyn Manson sich zur Gänze.

Seine Autobiografie The Long Hard Road out of Hell aus dem Jahr 1998 ist eine schonungslos ehrliche Beschreibung der Ängste eines Jungen, der als Außenseiter in der beengenden Atmosphäre des mittleren Westens der USA aufwächst. Manson beschreibt eindringlich, wie er in der Musik und Kunst ein Auslassventil für seine inneren Spannungen findet. Dabei ist er äußerst hart gegen sich selbst, seine Familie, Schule und Freunde. Was immer wieder auffällt, ist der Bruch zwischen demonstrativer Gewalt einer nahezu feinfühligen Fragilität. Lediglich die billige Wasserfarbe, die er verwendet, bildet einen schrillen Kontrast zu seinen Motiven. Das ist auch einer der Gründe, warum Kunsthistoriker gerne Vergleiche zu Egon Schieles Zeichnungen anstellen. Wie beim großen österreichischen Künstler bilden eine dunkle Entfremdung der Körper einerseits und die fragilen Linien und Farben andererseits einen deutlichen Kontrast in Mansons Werk.

Diese Präsentation ist der Start einer Reihe großer und kleiner Ausstellungen, die das Groninger Museum in Zusammenarbeit mit dem Eurosonic Noorderslag Festival veranstaltet.