Ausstellung

Material World. Kunst, Design und Mode

28 Mai 2011 biß 28 August 2011

Das Groninger Museum präsentiert vom 28. Mai bis einschließlich 28. August 2011 die Ausstellung Material World. Kunst, Design und Mode. Gezeigt werden Werke von acht Künstlern, Designern und Modeschöpfern: Pieke Bergmans, Nacho Carbonell, Iris van Herpen, Maartje Korstanje, Joris Laarman, Alon Levin, Karen Sargsyan und Marga Weimans. Eine wichtige Rolle hierbei spielt der Materialgebrauch und die (experimentelle) Untersuchung von Materialien. Viele der Werke wurden speziell für diese Ausstellung geschaffen; die meisten konnten vom Groninger Museum für seine Sammlung angekauft werden.

Die bedeutende Rolle von Materialien wird durch die überraschende und radikale Materialwahl sowie die neuen von den Künstlern angewandten Techniken zum Ausdruck gebracht. Gleichzeitig können viele Werke als eine Art spielerische Untersuchungen der Beziehung von Menschen zu Objekten und Dingen und der (symbolischen) Bedeutung, die sie damit verknüpfen, betrachtet werden. Die kommt, von Künstler zu Künstler, auf ganz unterschiedliche Weise zum Ausdruck.

  • Marga Weimans, Wonderland, 2009, Green Landscape Dress
  • Alon Levin, Radicality. Photographer: Marten de Leeuw, © Groninger Museum
  • Nacho Carbonell, Confrontation, 2011, Photographer: Marten de Leeuw, © Groninger Museum
  • Iris van Herpen, o.a. Chemical Crows, 2008, Photographer: Michel Zoeter © Groninger Museum
  • Karen Sargsyan, The new gravitation, 2011, Photographer: Marten de Leeuw, © Groninger Museum
  • Maartje Korstanje, What if… Untitled 2010, © Groninger Museum
  • Joris Laarman, Branch, 2010, Courtesy Friedman Benda, © Groninger Museum

Über die Künstler

Seelenvolle Objekte spielen eine Rolle im Werk von Pieke Bergmans. Bergmans arbeitete mit speziell geblasenen Formen. Mit der Glühbirne, als letztes Beispiel häuslicher Zuverlässigkeit, stellte sie für das Groninger Museum eine surrealistische Szene dar, wobei die sonst so vorhersehbare Glühbirne plötzlich ein vollkommen eigenes Leben zu führen scheint.

Das Beseelen von Objekten ist auch für Nacho Carbonell ein wichtiges Thema. Er stellt sich Objekte als lebende Organismen vor und entwirft Möbel mit hybriden Formen. Sie erinnern an Tiere, Kokons und Nester, in denen man sich verkriechen kann. Für das Groninger Museum stellte er in Handarbeit drei auffallende Objekte aus Pappmachee her, in die man sich mit jemand anders hineinsetzen kann.

Fachmännisches Können, radikale Materialwahl mit einer enormen visuellen Wirkung sind die Merkmale für das Werk von Iris van Herpen. Die in der Ausstellung gezeigten Kreationen wurden in Handarbeit hergestellt. Mit zahllosen Lederstreifchen schuf sie einen größtmöglichen skulpturalen Effekt.  

Gerade die geheimnisvolle Umwelt, Natur und Meereswelt und unser Verhältnis dazu ist ein herausragendes Thema im Werk von Maartje Korstanje. Die bizarren, biomorphen Skulpturen, die sie allesamt eigenhändig aus Pappe in Verbindung mit anderen Materialien modelliert hat, rufen Assoziationen mit Seemonstern und aufgefischten Schätzen hervor.

Mit Limited, eine Serie von Vasen, stellt der Designer Joris Laarman die Vergänglichkeit der Serienproduktion dar und untersucht dabei unsere Einstellung zu Begriffen wie Unität und Massenproduktion.

Das Werk von Alon Levin verweist auf Monumente oder zeremonielle Attribute wie Flaggen, Fähnchen oder Archive, kurzum Objekte, bei denen es sich um materielle Ausdrucksformen von sozialen Ordnungssystemen handelt und mit denen Rituale ausgeführt werden können, um die herrschenden gesellschaftlichen Strukturen zu bestätigen. 

Das augenscheinlich schlichte Material Papier und die einfache Technik des Schneidens bilden die Grundlage des Werkes von Karen Sargsyan. Ein wichtiges Element im Werk ist die Gegensätzlichkeit von Kunst und Wissenschaft. Sargsyan vertritt die Auffassung, dass zur Ausübung von Wissenschaft mehr nötig ist als nur reine Rationalität.

Für ihre Kollektion Wonderland nutzte die Modeschöpferin Marga Weimans 3D-Scans und Rapid Prototyping. In der Modewelt sind dies Momentan noch ziemlich ungewöhnliche Techniken. Hiermit lassen sich allerlei Formen einscannen, vergrößern oder verkleinern. Sie können auch zu einem tastbaren Objekt “ausgedruckt” werden.

Die sehr unterschiedlichen Ankäufe aus dieser Ausstellung sind eine Bereicherung für die Sammlung des Groninger Museums.