Michele de Lucchi

de Lucchi Pavillon

  • Innenraum de Lucchi Pavillon - Foto: Peter Tahl
  • Übersicht Groninger Museum . Foto: Marten de Leeuw © Groninger Museum

Der Gastarchitekt Michele de Lucchi entwarf seinen Pavillon für Groninger Archäologie und Geschichte in Form einer Backsteinfestung. So verweist das Gebäude als Ganzes auf die Geschichte der Stadt. An dieser Stelle verliefen nämlich ursprünglich die Befestigungsanlagen Groningens, die vom 17. Jahrhundert an eine wichtige Rolle in der Stadtgeschichte spielten.
Die vorherrschende Farbe im Innern des Pavillons war Rot: ein Verweis auf die Backsteine der Außenfassade. Aufgrund der fehlenden Fenster wurde alles auf theatralische Weise ausgeleuchtet. Innen gab es zunächst eine Art Marktplatz mit verschiedenden “Ständen“ in Form von kleinen Pavillons, in denen Themen aus der Geschichte behandelt wurden. Auf diese Weise kamen die sehr unterschiedlichen Teile der Sammlung jeweils voll zur Geltung. Die Archäologiesammlung wurde anfänglich in einem dunklen Gang präsentiert. In Wandvitrinen wurden die kleinen Fundgegenstände “dramatisch“ beleuchtet, sodass sie als Protagonisten eine Geschichte suggerierten. Diese Präsentation wich stark ab von gängigen, übersichtlichen und häufig sehr umfangreichen Präsentationen in anderen Archäologiemuseen. Auch die anderen Themen wurden als kleine Theaterszenen dargestellt.

Aufgrund eines Wassereinbruchs gehört diese Aufstellung nun selbst zur Geschichte Groningens, Nach der Überschwemmung entwickelte De Lucchi ein neues Konzept: eine Reihe von drei Sälen zu beiden Seiten den Mittelteils, die sich unabhängig voneinander programmieren lassen. Im hinteren Teil befindet sich ein langer Saal mit Aussicht auf die Villa von Berlage. Die Neukonzipierung der Säle war notwendig geworden, weil das Museum hier nicht länger seine Archäologie- und Geschichtssammlung sondern die Werke der Groninger Künstlergruppe De Ploeg und anderer verwandter nordeuropäischer Expressionisten präsentieren wollte. Die Einrichtung des neuen Ploeg-Pavillons wurde durch die Unterstützung der Beringer Hazewinkel Stiftung ermöglicht.
Die drei Säle erhielten stark kontrastierende Farben, die sich – wie auch im Pavillon Mendini 0 - den Ausstellungen anpassen. Hier werden auch oft die von De Ploeg und anderen Expressionisten benutzten Farben verwendet: die primären Farben Rot, Gelb und Blau und die Sekundärfarben Orange, Grün und Violett. Diese Farben bilden zusammen den Farbkreis von Goethe. Der Brücke-Künstler Ernst Ludwig Kirchner machte Jan Wiegers hiermit bekannt, dieser führte ihn dann später bei De Ploeg ein. Die Expressionisten verwendeten diese Farben in sehr kontrastreichen Verbindungen, um so möglichst starke Gefühle hervorzurufen.