Miguel Rio Branco. Out of Nowhere

12. Juni 2006

Vom 17. September bis 3. Dezember 2006 werden im Groninger Museum Installationen des aus Brasilien stammenden visuellen Künstlers Miguel Rio Branco (1949) gezeigt. Die Ausstellung stützt sich auf die Aspekte Konstruktion und Montage und wird aus neun Installationen bestehen: Negativo Sujo, Blue Tango, The Valve, Petits Boxeurs, Arc de Triomphe, Hole in the Wall, Nada Levarei, Out of Nowhere, Shark Piece, Between the Eyes, Barro, Barroco, Gritos Surdos I en Gritos Surdos II.

Das Werk des Malers, Filmemachers, Installationskünstlers und Fotografen Miguel Rio Branco wirkt fast physisch auf den Betrachter ein. Dieser Effekt entsteht durch seine Wahl der Farben, Themen und Präsentationsformen. Als visueller Künstler entlehnt Rio Branco seine Themen der uns umringenden Welt wobei er sich vor allem auf den Rand der Gesellschaft richtet. Branco schreckt auch nicht vor Situationen die Einsamkeit, Macht, Sex und Gewalt symbolisieren zurück.

Ein der ersten Installationen Miguel Rio Brancos, die auch in dieser Werkschau zu sehen sein wird ist Negativo Sujo. Dieses Werk aus den 70er Jahren ist ein poetisches Statement in Bezug auf Brasilien, als ein Land auf der Suche nach einer eigenen Identität. Die Installation besteht aus einer auf braunes Papier geklebten Kompilation von Fotos und kann als eine Reihe von Bildern angesehen werden die im Prinzip wie ein Film aufgebaut sind. In diesem Sinne veranschaulicht diese Installation die künstlerischen und kinematografischen Ansichten des Künstlers.

Obwohl Miguel Rio Branco oft als Fotograf bezeichnet wird, hat er sich mit dem Fach an sich nie eng verbunden gefühlt. Filme sind eine wichtigere Inspirationsquelle für Rio Branco ebenso wie Zeitschriften wie Playboy und Life. In dieser Ausstellung sind Fotos ein Teil von Installationen, bei denen er auch verschiedene andere Medien einsetzt und es sich somit um Konstruktionen handelt. Miguel Rio Branco kombiniert reine Fotografie mit Projektionen, Film, Malerei, Zeitungsausschnitten und Musik.

Die Ausstellung kann als Labyrinth betrachtet werden, in dem der Betrachter umherirrt und sich die Welt durch die Augen des Künstlers ansehen kann. Die Werkschau widerspiegelt seinen Blick auf die Realität, allerdings eher durch die Augen eines Kinematografen, als eines Fotografen. Miguel Rio Brancos eigener Kommentar: "Diese Ausstellung zersetzt die Realität. Poetische Statements sind echter als die Wirklichkeit selbst."

Noorderlicht
Fotos von Miguel Rio Branco sind vom 17. September bis 12. November 2006 in der Noorderlicht Fotogalerie, Akerkhof 12 in Groningen zu sehen. Diese Ausstellung überschneidet sich mit dem jährlichen Fotofestival Noorderlicht, das in diesem Jahr in Leeuwarden stattfindet. (www.noorderlicht.com)

Notiz für die Redaktion
Zusammenstellung der Ausstellung: Patty Wageman
Einrichtung der Ausstellung: Mark Wilson

Weitere Informationen:
Josee Selbach, jselbach@groningermuseum.nl, +31-(0)50-3666555
www.groningermuseum.nl
www.noorderlicht.com