Ausstellung

Neoexpressionismus

19 Dezember 2014 bis 22 März 2015

Anfang der 1980er Jahre wehte ein frischer Wind durch die Kunstszene. Nachdem es jahrzehntelang nur wenig Interesse an gegenständliche Kunst gegeben hatte, suchten junge europäische und amerikanische Künstler in Grafik und Malerei wieder den persönlichen Ausdruck. Die Ideale der Klassischen Moderne, die die Kunst letztendlich in die Abstraktion geführt hatten, ließen sie augenscheinlich unberührt. Stattdessen nahmen sie ihre eigenen Gefühle und Fantasien zum Ausgangspunkt.

Die zumeist farbenfrohe neue Stilrichtung erhielt die Bezeichnung Neoexpressionismus. Sie wirkt wie eine unbekümmerte Spielart des Expressionismus. Sofern überhaupt tiefe Emotionen dargestellt wurden, dann mit Augenzwinkern. Das Groninger Museum war schon früh an dieser Bewegung interessiert. Fast alle Zeichnungen, die jetzt in diesem Graphischen Kabinett zu sehen sind, wurden in der ersten Hälfte der 1980er Jahre erworben.

Milan Kunc und Peter Angermann gründeten die Gruppe Normal, deren Ziel es war, zugängliche Kunst für „normale“ Leute zu machen. René Daniëls und Henk Visch arbeiteten eher assoziativ und poetisch. Gleiches lässt sich von Francesco Clemente sagen, der seine Inspiration in Indien fand. Chuck Nanney verarbeitete Einflüsse aus dem Surrealismus, während Martin Disler mit seiner heftigen Zeichenkunst dem ursprünglichen Expressionismus noch am nächsten steht. Hervé Di Rosa ließ sich von Comics inspirieren und Jiří Georg Dokoupil ironisierte mit seinem Selbstporträt mit blutender Nase die zunehmende Kommerzialisierung der Kunst in den 1980er Jahren, als der Künstler zur „Marke“ wurde .

Die weitaus meisten Arbeiten sind Ohne Titel, was dem Betrachter viel Spielraum für eigene Deutungen lässt.

  • Francesco Clemente, I, 1982, collectie Groninger Museum
  • Peter Angermann, Zusüp, 1980, Groninger Museum
  • Jiri Georg Dokoupil, Ohne Titel, ('Mars') (uit de serie: Nose Bleeding Self Portraits), 1985, collectie Groninger Museum
  • René Daniels, Ohne Titel, 1981, collectie Groninger Museum
  • Milan Kunc,Ohne Titel, 1982, collectie Groninger Museum