Neuerwerbungen

8. Mai 2007

Als Teil der Präsentation von Neuerwerbungen des Groninger Museums wird ein Saal speziell der Rotterdamer Künstlerin Lidy Jacobs gewidmet. Zum ersten Mal wird die im Jahre 2005 angekündigte Installation Virginis Sanctae im Museum gezeigt.

Jacobs ließ sich zu dieser Installation von dem mittelalterlichen um etwa 1490 entstandenen Gemälde Meister der Virgo inter Virgines inspirieren, das Maria mit dem Jesuskindchen, umringt von den weiblichen Heiligen Barbara, Ursula, Katharina und Cäcilia, zeigt. Dies resultierte in einem “Altarwerk” mit Kaninchen aus weichen, zum Streicheln einladenden Stoffen, deren Geschlechtsteile betont dargestellt werden. In einer früheren Ausstellung zeigte das Museum bereits Jacobs' "Soft sculptures", die so genannten Willys – enorme Penisse aus weichem Material. Ihre Skulpturen rufen gegensätzliche Gefühle hervor. Einerseits wirkt die Weichheit und Streichelbarkeit der Skulpturen anziehend, andererseits können sie aufgrund ihrer expliziten Sexualität abschreckend sein.

Neben der Installation zeigt das Museum fünf große, aus Privatsammlungen stammende Kollagen von Jacobs. Für diese so genannten Pornouts verwendet Jacobs Abbildungen aus Pornomagazinen. Sie schneidet durch die Abbildungen bis nur noch die Konturen übrig bleiben aus denen sie dann meterlange Collagen formt. Durch das Schneiden versucht Jacobs die Plastizität und das Anekdotenhafte aus den Bildern zu entfernen, sodass lediglich ein Bild aus Bewegung, Nacktheit und Atmosphäre erhalten bleibt.

Das zentrale Thema ihres Werkes beschreibt Lidy Jacobs als die sich verändernde Einstellung in Bezug auf Sexualität. Dieser nähert sie sich von ihrer eigenen “ungewöhnlichen” Perspektive aus – sie ist 134 cm groß. Ihr Werk balanciert zwischen Erotik und kindlicher Unschuld. Hiermit will Jacobs beim Publikum Fragen über Sexualität, Schönheit, die Machbarkeit des menschlichen Körpers und das standardisierte Bild in der Massenkultur hervorrufen.

Die Präsentation von Neuerwerbungen umfasst ferner Werke von Marc Quinn, Tord Boontje, Marga Weimans, Maarten Baas, dem schwedischen Designkollektiv Front, Boris van Berkum, Hussein Chalayan, Ettore Sottsass sowie dem Fotografenduo Anuschka Blommers und Niels Schumm.

Notiz an die Redaktion
Konservator: Ruud Schenk
Weitere Informationen: Josee Selbach, jselbach@groningermuseum.nl, +31-(0)50-3666555, Roel van Venrooij, rvanvenrooij@groningermuseum.nl, www.groningermuseum.nl.

Öffnungszeiten: Di. bis So. und an Feiertagen von 10.00-17.00 Uhr. Im Juli und August montagnachmittags geöffnet von 13.00-17.00 Uhr.
Geschlossen: montags, 25. Dezember, 1. Januar.