Ausstellung

New World Order

Zeitgenössische Installationskunst und Fotografie aus China

27 April 2008 bis 23 November 2008

In China, das momentan vollauf in Bewegung ist, nimmt die seit Kurzem explosionsartig im Mittelpunkt des Interesses stehende zeitgenössische Kunst des Landes eine besondere Stellung in der Kunstwelt ein.

Anlass für die Ausstellung New World Order ist die Frage, wie chinesische Künstler sich zur neuen Wirklichkeit in China mit seiner Vielfalt an Kontrasten und fortwährenden Veränderungen verhalten. Wie reagieren sie auf das rasante Wachstum der Städte, die aufkommende Konsumgesellschaft und die neue Entscheidungsfreiheit? Inwieweit nutzen sie das berühmte chinesische fachmännische Können und welche Rolle spielen die kulturellen Traditionen sowie die kommunistische Propaganda und Symbolik. In welchem Maß werden chinesische Künstler von der westlichen Kultur beeinflusst?
In dieser Ausstellung liegt der Nachdruck auf Fotografie und Installationen, die nach dem Jahr 2000 entstanden.

Die Tradition der modernen Kunst in China kennt eine kaum dreißig Jahre lange Geschichte, weshalb chinesische Künstler viel weniger unter der Last einer langen Vorgeschichte zu leiden scheinen. Einige Künstler wenden in ihren Werken, rasch aufeinanderfolgend, verschiedene Stilrichtungen, Materialien und Themen an.
Künstler in China scheinen z. B. wesentlich einfacher zwischen unterschiedlichen Kunstdisziplinen wechseln zu können. So schafft der Künstler Liu Wie sowohl Gemälde als Installationen, von denen jeweils Beispiele in der Ausstellung zu sehen sein werden. Ebenso Liu Jianhua, ein Künstler, der in der traditionellen Porzellankunst ausgebildet wurde und mit diesem Material Installationen macht, die auf die heutige Konsumgesellschaft verweisen. Für seine Installation Yiwu Survey entschied er sich mit augenscheinlich mühelos für ganz andere Materialien.

Die enorme Urbanisierung und das verblüffende Tempo, in der diese sich vollzieht, scheint für viele Künstler eine direkte Inspirationsquelle zu sein. Einige von ihnen streben danach, mithilfe ihres Werkes diese Entwicklungen in den Griff zu bekommen. Der Fotograf Shi Guorui z. B. hält die Gegenwart mit der Camera Obscura fest, die die Wirklichkeit zu ihrer Essenz zurückbringt, während der Fotograf Miao Xiaochun mit dem fröhlichen Werk Surplus eine Komprimierung der Realität zeigt.

Neben der deutlichen Entscheidung des Museums Installationen aufzunehmen, richtet die Ausstellung sich auf Werke, die in gewisser Weise vom Konzeptualismus geprägt sind - etwas Nichtselbstverständliches in der chinesischen Kunst, die zu einem Großteil von naturalistischer oder sogar leicht karikaturistischer Malerei beherrscht wird.

Das Groninger Museum hat 27 Künstler eingeladen, sich an dieser Ausstellung zu beteiligen. Die Auswahl der Werke wurde in enger Absprache mit den Künstlern getroffen. Einige Werke wurden speziell für diese Ausstellung geschaffen. Ein weiteres Bestreben war, möglichst viele neue Werke zu präsentieren. Jedem Künstler wurde in der Ausstellung – insofern möglich - ein eigener Saal zugeteilt, was dem Besucher ermöglicht, in die Welt des jeweiligen Künstlers einzutauchen. Mit den ausgesuchten Künstlern will das Groninger Museum einen Eindruck der großen Diversität innerhalb der chinesischen Kunst vermitteln, die sowohl das individuelle Künstlertum als die gesellschaftliche Dynamik und die neue internationale Position Chinas in der Kunstwelt reflektiert.

Teilnehmer
Es werden Werke gezeigt von: Bai Yiluo, Chi Peng, Jin Jiangbo, Jin Shan, Leung Mee-Ping, Li Songsong, Liu Ding, Liu Jianhua, Liu Wei, Miao Xiaochun, Muchen & Shao Yinong, Peng Yu & Sun Yuan, Qiu Xiaofei, Shen Shaomin, Shi Guorui, Shi Jinsong, Stanley Wong, Sui Jianguo, Wang Gongxin, Weng Fen, Xiao Yu, Xing Danwen, Yin Xiuzhen, Zhan Wang und Zhuang Hui.

  • Liu Jianhua - Yiwu Survey -1. Courtesy of the artist