Studio Job

Job Lounge

  • Groninger Museum, Job Lounge, Foto: Robert Kot, © Groninger Museum
  • Groninger Museum, Job Lounge, Foto: Robert Kot, © Groninger Museum
  • Groninger Museum, Job Lounge, Foto: Robert Kot, © Groninger Museum

Die Funktion eines vornehmen Empfangsraums für Feste und Empfänge wurde inzwischen von der Job Lounge übernommen. Diese liegt, in Bezug zum Info Center, symmetrisch auf der anderen Seite des westlichen ovalen Saals. Der Entwurf zur Einrichtung stammt von Studio Job. Das Designerduo Job Smeets (1970) und Nynke Tynagel (1977) ist, wie auch Jaime Hayon und Maarten Baas, seit langem mit Werken in der Sammlung des Groninger Museums vertreten und wird seit 2001 vom Museum unterstützt und gefolgt. Nynke Tynagels und Job Smeets‘ bzw. Studio Jobs Inspirationsquelle für diesen Raum waren die Privatclubs des 19. Jahrhunderts mit ihren Holzfußböden und Kronleuchtern. Um Inspirationen zu sammeln, unternahmen sie orientierende Reisen entlang der vergangenen Pracht klassischer Hotels, Bars und Bierstuben.

Die Job Lounge ist eine ironische Bearbeitung einer elitären verloren gegangenen Welt. Die verschiedenen Entwürfe, Materialien und Herstellungstechniken in diesem Raum sind Zitate aus dem imposanten Werk von Studio Job: Bronzeguss, Glasmalerei in Bleiverglasungsform, Keramik, Marketerie, Pappmaschee, verrostetes Eisen, gewebte Textilien und kostbares Venini-Glas. Alles wurde mit großem fachmännischem Können ausgeführt und hat eine vornehme und elitäre Ausstrahlung. Die Schlosssessel sind allerdings aus Kunststoff, die dicken Vorhänge nichts anderes als Fotoprints und die Lampen sind aus Glas geformte Brüste. In der Mitte des Raumes steht, in Anlehnung an ein Abwasserrohr, eine rostige Säule. Am Eingang tröpfelt, unzureichend kräftig, ein bronzener Brunnen vor sich hin, im besonderen und sehr schönen Holzeinlegewerk der Bar sind Skelette abgebildet und im exklusiven Parkettboden ist ein verwirrendes Labyrinth eingelegt.

Die Job Lounge ist ein Gesamtkunstwerk, das die Wage hält zwischen einer Skulptur und einer bayerischen Bierstube; es ist eine Installation, in der man alle Qualitäten und Merkmale des imposanten Œuvres von Studio Job wiedererkennen kann.