Philippe Starck

Starck Pavillon

  • Starck Pavillon, Groninger Museum
  • Foto: Marten de Leeuw © Groninger Museum

Philippe Starck entwarf einen Pavillon für Kunsthandwerk; in erster Linie Silberarbeiten und Keramik aus Fernost und dem Westen voller symbolischer Verweise. Die runde Form des Pavillons stellt eine Schale auf einer Töpferscheibe dar, die Risse in den Fußböden und Wänden ist vergrößerte Töpferware-Craquelé. Die graue Farbe ist ein Verweis auf die zur Herstellung von Töpferwaren verwendete Tonerde. Starck entwarf sowohl alle Details der Außenseite als auch die Inneneinrichtung des Ausstellungsraumes. Bei der praktischen Umsetzung wurde er von dem Groninger Designer Albert Geertjes unterstützt.
Entlang der runden Innenwand des Pavillons zieht sich eine durchgehende Vitrine. Als Verweis auf die schwabbelenden Bewegungen einer Schale auf einer Töpferscheibe ist diese Vitrine nicht überall gleich tief. Die gläserne Vitrine wurde auch mit einem Luftaustauschsystem versehen, um die Ausstellungsstücke nicht ständig abstauben zu müssen.

Mit durchsichtigen weißen Vorhängen wird der runde Raum wie eine Art Labyrinth unterteilt. So schuf Starck das Bild und die Atmosphäre einer Entdeckungsreise durch eine märchenhafte Welt. Nicht alles lässt sich hier mit einen Blick übersehen, durch die Transparenz wird aber sozusagen bereits einen Zipfel des Schleiers gelüftet.

Die Vitrinen im mittleren Teil haben die Form von Eiswürfeln. Eis steht für die ideale Form des Konservierens. Starck wollte zuerst echte Eiswürfelvitrinen kreieren; hierzu wäre allerdings ein zu aufwendiges Kühlsystem nötig gewesen.

In der Mitte des Raumes befindet sich ein großer gläserner Globus, der ebenfalls von Starck entworfen wurde. Hierauf sind die Handelsrouten der Niederländischen Ostindien-Kompanie von den Niederlanden nach Batavia im Fernen Osten zu erkennen. Zur Handelsware der VOC gehörte neben Tee und Seide auch viel Porzellan aus China und später auch Japan. In China wurde es auf Bestellung für den niederländischen Markt hergestellt. Später wurde dieses blauweiße Porzellan in Delft als Töpferware nachgeahmt.