Ausstellung

Professor van Giffen und das Geheimniss der Wurten

18 Dezember 2005 biß 09 April 2006

Das Groninger Museum beherbergt eine der größten Sammlungen von Funden aus Wurten in den Niederlanden. Diese Sammlung war ab 1874 der Ansatz zur Entstehung des Groninger Museums. Mit dieser Ausstellung wird dieser wichtige Bestandteil des Museums erneut ausführlich ins Rampenlicht gestellt. Die Ausstellung zeigt anhand von originalen Objekten und Bildmaterialien die Entwicklung der Wurten-Archäologie. Hiermit wird auch der große Einfluss von Van Giffen und der ihm zu verdankende Wissensfortschritt verdeutlicht.

Dr. A.E. Van Giffen (1884-1973)
Van Giffen begann im Jahre 1908 als Student mit der Enträtselung der Geheimnisse von Wurten. Der zum Biologen ausgebildete Beobachter erkannte bereits schnell die Bedeutung von Bodenspuren. Mithilfe seines naturwissenschaftlichen Wissens brachte er die Archäologie viel weiter voran als bis dahin mit der damals traditionellen Herangehensweise möglich war. Neben seiner Erforschung der Warften war Van Giffen in den gesamten Niederlanden und darüber hinaus in Frankreich, Ungarn Irland und Deutschland aktiv. Seine Ausgrabungen, die fast alle archäologischen Epochen von der Steinzeit bis ins Mittelalter umfassten, tätigte er vom Biologisch Archeologisch Instituut aus. Besonders eingehend befasste er sich mit Hünenbetten und Grabhügeln. Zurecht wird er als Gründervater der modernen niederländischen Archäologie angesehen. Seine Warftenforschung fand im norddeutschen Wilhelmshaven mit der Gründung des Niedersächsischen Instituts für historische Küstenforschung Nachfolge.

Wurten
Um das 5. Jahrhundert v.Chr. waren die unbedeichten Salzwiesen entlang der Wattenmeerküste Frieslands, Groningens und angrenzenden Norddeutschlands hoch aufgeschwemmt und eigneten sich somit zur Besiedlung. Weil der Meeresspiegel langsam anstieg und es immer häufiger zu Überflutungen kam, wurde zügig damit begonnen, Haus und Hof zu erhöhen. So entstanden schließlich die hohen Wurten.

In den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung stand das Wurtengebiet unter dem Einfluss des römischen Reiches. Im 5. Jahrhundert kamen Gruppen von Einwanderern aus Norddeutschland und dem südlichen Dänemark in unsere Gebiete, im 8. Jahrhundert wurde das Küstengebiet ins Fränkische Reich aufgenommen und im 9. Jahrhundert belagerten die Wikinger unsere Region, die in allen Jahrhunderten immer wieder durch das Meer bedroht wurde. Erst um das 12. Jahrhundert herum begann man durch Eindeichungen, das Meer auf Abstand zu halten. Die Wurten werden auch heute noch bewohnt.

Zusammenarbeit
Die Ausstellung konnte verwirklicht werden in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Rijksuniversiteit Groningen, dem Rijksmuseum van Oudheden in Leiden, der Fryske Akademie, dem Niederländischen Institut für Angewandte Geowissenschaften (TNO) und dem Noordelijk Archeologisch Depot Nuis. Leihgaben kommen aus dem In- und Ausland; hierzu gehört eine umfangreiche Leihgabe des Fries Museum in Leeuwarden.