Ausstellung

Solovetsky Ikonostase

27 Juni 2003 bis 31 August 2003

Die sieben vertikalen, in drei horizontale Reihen unterteilten Tafeln mit 22 kleinen Abbildungen gelten als . Sie entstanden Mitte des 16. Jahrhunderts. Sowohl die Konstruktion als auch die Bemahlung sind das Werk von Ikonenmalern aus Novgorod, die von Mönchen des Solovetsky-Klosters unterstützt wurden. Auf der ersten horizontalen Reihe sind Abbildungen von Profeten zu sehen, die auf das Alte Testament und ihre Prophezeiung der bevorstehenden Inkarnation Gottes verweisen. Die Reihe darunter verweist auf Szenen aus dem Neuen Testament, die dritte Reihe zeigt Bischöfe, den Erzengel Michael, Christus Pantocratus, den Apostel Paulus und den Mönch Sabbatius. Diese Ikonostase ist aufgrund des Inhalts, der Komposition und Ausführung einzigartig in der Welt. Zusammen sind die Tafeln ca. 142 cm breit und ca. 89 cm hoch.

Eine Ikonostase ist die Bilderwand, die in östlich-orthodoxen Kirchen den Altarraum - das Allerheiligste - vom Raum der Gläubigen trennt. Diese Ikonostase stammt aus dem Solovetsky-Kloster, das religiöse und spirituelle Zentrum des russischen Nordens im sechzehnten Jahrhundert. Gegründet wurde es im Jahre 1429 von den Mönchen Zosimah und Sabbatius. In den Jahren 1485 und 1538 brannte das Kloster bis auf die Grundmauern ab. Soldaten des Zaren Alexei Michailowitsch belagerten das Kloster von 1668 bis 1676, weil sich hier das Bollwerk von religiösen Dissidenten, der “Altgläubigen”, befand. Die meisten Dissidenten flüchteten in diesen Jahren. Die alten Ikonen nahmen sie mit auf ihre Flucht. Schließlich landeten die Ikonen in Popovka, ein 12 km von Kolomna entferntes Dorf, wo sie von Ende des 19. Jahrhunderts bis 1945 die Wände des örtlichen Treffpunkts der “Altgläubigen” schmückten. Dieser Ort wurde 1945 während einer atheistischen Kampagne dem Erdboden gleichgemacht, die Ikonostase konnte allerdings wiederum gerettet werden. In den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts waren die Tafeln teilweise zerstört worden. Der neue Besitzer verwendete die trockenen Bretter als Baumaterial für sein Haus; er schabte die Farbschichten ab, um das Holz im Kuhstall zu verzimmern. Auf diese Weise gingen sechs der vertikalen Holztafeln verloren. 1972 kaufte ein Privatmann aus Deutschland die sieben übrig gebliebenen Tafeln für seine eigene Kollektion.

Die Stiftung Rückkehr Solovetsky Ikonostase sorgte dafür, dass die Ikonen in ihre Heimat zurückkehrten.
Die Ausstellung wurde u.a. durch die finanzielle Unterstützung der N.V. Nederlandse Gasunie ermöglicht.