Steven Gontarski – The Visitors

28. November 2005

Vom 4. Dezember bis 12. Februar 2006 werden im Kupferstichkabinett des Groninger Museums neue Zeichnungen und Gemälde von Steven Gontarski gezeigt. Mit dieser Werkgruppe schlägt Steven Gontarski (Philadelphia, 1972) nach den 2004 im Groninger Museum in der Ausstellung Nächtliche Ausschweifungen präsentierten Skulpturen eine neue Richtung ein.

Die Ausstellung The Visitors setzt sich aus Porträts zusammen, die er von einigen Freunden, Unbekannten und Tieren machte. Diese Porträts strahlen einerseits dieselbe Zeitlosigkeit aus wie seine Skulpturen, andererseits wenden sie sich mehr den Details der tatsächlichen Welt zu. Gontarski ließ sich hierzu von den Porträtgemälden von zur nördlichen Renaissance zählenden Künstlern wie Hans Holbein inspirieren. Er bewunderte die Qualität ihres Umgangs mit Licht und Schatten und das Vermögen, Bilder von permanenter zeitloser Jugend zu schaffen.

Von Skulpturen zu Porträts
Im Jahre 2004 wurde Gontarski von einer französischen Kunstkommission beauftragt ein Monument für zwei Teenager zu entwerfen, die in dem Dorf Chaucenne bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen waren. Das Projekt warf unzähligen Fragen in ihm auf. Wie gedenkt man eines Lebens? Welchen Augenblick eines Lebens soll man als Erinnerung festhalten? Wenn die Jungen nicht gestorben wären, wie hätten sie sich dann im Laufe ihres Lebens verändert? Müssen wir, wenn wir jemandes gedenken, neben der Vergangenheit nicht auch ebenso die Zukunft mit einbeziehen?

Weil Gontarski während der Arbeit an diesem Projekt selbst einen Nächsten verlor, wurde seine Verbundenheit mit dem Thema "Gedenken" immer größer. Neben seiner Arbeit an dem Skulpturauftrag in Frankreich begann er deshalb mit einer Reihe von Zeichnungen und Gemälden von Menschen, die er kannte. Gontarski betrachtet diese Zeichnungen und Gemälde hinsichtlich der Porträtierten eher als eine "Fortsetzung von" als eine "Erinnerung an", unberührt vom Verstreichen der Zeit.

Erweiterung des Œuvres
Das Groninger Museum war fasziniert von Gontarskis im Jahre 2004 in der Ausstellung Nächtliche Ausschweifungen gezeigten Skulpturen. Die damals ausgestellten Porträtbüsten und überlebensgroßen Fiberglasfiguren wurden nach von Gontarski selbst erfundenen "Propheten" und anderen Figuren seiner persönlichen Mythologien benannt. Mit der Ausstellung The Visitors präsentiert das Groninger Museum die andere Seite seines Œuvres - die Mal- und Zeichenkunst.

Notiz für die Redaktion
Zusammenstellung der Ausstellung Groninger Museum: Mark Wilson und Ruud Schenk
Weitere Informationen: Josee Selbach, jselbach@groningermuseum.nl, +31-(0)50-3666555, Jolien Kunst, jkunst@groningermuseum.nl
www.groningermuseum.nl

Öffnungszeiten Di. bis So. und feiertags von 10.00 – 17.00 Uhr.
Im Juli und August auch montags geöffnet von 13.00 – 17.00 Uhr.
Geschlossen am 25. Dezember und 1. Januar.