Ausstellung

Studio Job - Oxidized

17 Mai 2003 bis 21 September 2003

Wie ein guter Geschichtenerzähler, der immer mehr in Schwung kommt, fügt Studio Job (Job Smeets und Nynke Tynagel) seiner Erzählung in jeder Saison ein neues Kapitel hinzu. Die typische, anfänglich noch witzige Gestaltung der Objekte wird nach und nach grimmiger. Jobs Ausstellung Oxidized ist eine erzählende Ausstellung. Das Werk wirft gleichzeitig Fragen auf, die mit Gefühlen wie Angst, Hoffnung, Unbehagen und (scheinbarem) Glück zusammenhängen. Die Künstler legen ihre Ideen zuerst in einer Serie Zeichnungen fest, die eher an Bilder aus Comicstrips als an Entwurfszeichnungen erinnern. Es scheint, als würden die Objekte auch immer figurativer und erzählender werden.

In der Ausstellung sind einige große Werke auf Sockeln zu sehen: ein schwerer Kerzenleuchter in Form eines Schlosses, die Büste eines bedrohlich aussehenden Mannes mit Militärmütze und Sonnenbrille, eine mit einer dicken Kette umwickelte Schatztruhe, eine altmodisch aussehende Uhr, in der ein Schwert steckt, und ein trophäenhafter Pokal. Alle Werke sind ausgeführt in patinierter, grün angelaufener Bronze. Andere bemerkenswerte Objekte sind: eine Ameise, ein zierlich dekorierter Dolch, ein Diamant, ein Pfeil und ein Ring, so groß wie ein Armreif. Job erklärte, in dieser Entwurfsphase dieses Projektes Gefühle und Verwirrung ausdrücken zu wollen.

Verwirrung über unsere Zeitenwende, in der sich die Trennungslinie zwischen Gut und Böse immer schwerer ziehen lässt. Dies resultiert in einem persönlichen Unbehagen mit dem er sein Publikum anscheinend zu durchdringen versucht. Mit diesen Objekten balanciert Studio Job auf der Grenze von Design und freier Kunst. Job Smeets (1970) gehört zu den eigensinnigsten jungen Talenten des niederländischen Design. Nach dem Abschluss seines Studiums an der Design Academie Eindhoven etabliert er seinen Namen mit einigen auffallenden Entwürfen – u.a. dem Curved Chair. Er will sich auf keinen Fall in die Zwangsjacke der angestammten “Gestalterpraxis” zwängen lassen und strebt, was die Ausarbeitung seiner Arbeiten anbelangt, nach einer großen Freiheit, selbst wenn dies bedeutet, dass die von ihm hergestellten Dinge nicht immer praktisch brauchbar sind.

Im Jahre 2001 waren Jobs Werke zum ersten Mal im Groninger Museum zu sehen. In der Gruppenausstellung Stroomversnelling zeigte das Museum u.a. die Serie Craft von 2001. Diese Serie besteht aus Bronzegegenständen wie ein Hammer, einer Sichel, einem Kerzenleuchter, Becher und Löffel, die so schwer, massiv und “grob” sind, dass sie nicht gerade brauchbar sind. Das Groninger Museum kaufte im letzten Jahr den Candle Man (2002) an, ein gigantischer Wandleuchter, der mit seinem Gewicht von 450 Kilo eher für eine massive Burgmauer als für die Gipswand einer Durchschnittswohnung bestimmt sein dürfte.