Ausstellung

Tea & Coffee Towers

27 Juni 2003 bis 14 September 2003

Das Groninger Museum präsentierte im Coop Himmelb(l)au Pavillon Tea & Coffee Towers, 22 Prototypen von Kaffee- und Teeservice und 8 Modelle von riesigen, hundert Stockwerke hohen Wolkenkratzern. Die Service und Türme wurden von 22 aus verschiedenen Ländern stammenden Architekten auf Einladung von Alessandro Mendini für die Firma Alessi entworfen. Zu den Entwerfern gehören Zaha Hadid, Toyo Ito, Gary Chang, Massimiliano Fuksas sowie die niederländischen Büros MVRDV, UN Studio/Ben van Berkel und Wiel Arets. Beide Projekte waren bereits auf der Architektur-Biennale 2002 in Venedig und während der Mailänder Möbelmesse und Salone Internazionale del Mobile 2003 zu sehen.

Diese Ausstellung ist eine Fortsetzung eines früheren Projekts von Mendini und Alessi: Tea & Coffee Piazza (1983), für das elf postmoderne Architekten ein Kaffee- und Teeservice entwarfen. Diese Serie ist ein prächtiges, architektonisches Zeitdokument auf Mikroniveau, ein ”postmodernes” Statement über die gegenseitige Befruchtung von Architektur und Design, das auch als Vorläufer der Architektur des heutigen Groninger Museums betrachtet werden kann. Das Museum konnte kürzlich die erste Serie Tea & Coffee Piazza kompletieren, die nunmehr in der Aufstellung der festen Sammlung zu sehen ist.

Diesmal - mit der doppelten Anzahl Architekten und demselben Auftrag - wollen Mendini und Alessi nicht nur den gegenwärtigen Stand der zeitgenössischen Architektur registrieren sondern auch ihre Hoffnung, ihren Respekt und ihr Vertrauen für eine Architektengeneration aussprechen, die im Zeitalter nach dem Postmodernismus ihren eigenen Weg gehen muss. Mit der Kombination zweier Extreme eines Entwurfsspektrums, wie das der Kaffee- und Teeservice und der Türme, erkunden die Initiatoren aufs Neue die Querverbindungen von Design und Architektur. Dabei kommt der Begriff “Maßstab” auf besondere Weise zum Ausdruck; nicht nur im Kontrast zwischen den Service, mit ihrer von häuslicher Geselligkeit und der Riesenhaftigkeit der Wolkenkratzer, sondern auch durch die Entscheidung die Baumodelle der Türme im Maßstab 1:100 auszuführen. Hierdurch sind die Modelle immerhin noch so hoch wie ein durchschnittliches Stockwerk, was ein befremdendes Gefühl hervorruft und wodurch der Besucher sich wie Gulliver in Lilliput fühlt.

Das Ergebnis ist eine Ausstellung, in der Zeit, Raum, Experimente mit Farben, Materialien und Formen, Gefühl für menschliche Beziehungen, Schönheit und Verwunderung eine zentrale Rolle spielen und mit der das Groninger Museum einerseits auf die eigene Entstehungsgeschichte zurückblickt, aber mehr noch den Blick voraus auf die urbane Landschaft der Zukunft wirft. Die Ausstellung von Tea & Coffee Towers ist eine von mehreren Designpräsentationen im Groninger Museum in 2003, zu der auch die Philippe Starck-Ausstellung gehört. Am 27. Juni fand im Groninger Museum der Tag der Architektur statt, an dem auch Alessandro Mendini und Alberto Alessi anwesend sein werden.
Anlässlich dieser Ausstellung erscheint eine niederländische Publikation über die Tea & Coffee Towers.