Ausstellung

Theo van Baaren

13 März 2004 bis 06 Juni 2004

Theo van Baaren (1912-1989) war ein vielseitiger Mann, der Bekanntheit als Theologe, Sammler von Ethnografiken, Dichter und bildender Künstler genoss. Er studierte Theologie in Utrecht und zog 1952 nach Groningen um, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1980 Professor der Religionswissenschaften war. In dieser Periode legte er eine große Sammlung mit Kunstwerken exotischer Völker an, die 1962 und 1974 im Groninger Museum ausgestellt wurden. 1978 vermachte er diese Sammlung dem Völkerkundemuseum Gerardus van der Leeuw in Groningen, das im Jahre 2003 aufgelöst wurde. Die Ethnografiken-Sammlung befindet sich heute im Universitätsmuseum.

Als bildender Künstler ließ Van Baaren sich vor allem vom Surrealismus beeinflussen. Um 1940 fing er an Gedichte zu schreiben und brachte während des Zweiten Weltkriegs, gemeinsam mit seiner Frau Gertrude Pape, die illegale Zeitschrift De Schone Zakdoek (Das saubere Taschentuch) heraus. Hiervon erschienen insgesamt 23 Nummern, allesamt in der Auflage von einem Exemplar. Befreundete Künstler lieferten hierzu kurze Geschichten, Gedichte, Fotos und Collagen.

In diesem Zeitraum fing Van Baaren auch selbst damit an Collagen anzufertigen, mit denen er seine Faszination für Okkultes und das Unterbewusstsein zum Ausdruck brachte. Seine Collagen werden beherrscht von Träumen und Magie. Doppeldeutigkeiten und Motive wie Spuk, Geist, Erotik und Spiegel verbinden die Collagen mit der Zeichen- und Malkunst des Surrealismus der Dreißiger Jahre und der inszenierten Fotografie und den Videoclips der Achtziger Jahre. Mit seinen Collagen setzt Van Baaren bewusst auf Schockwirkung und Verfremdung.

Van Baaren sagte hierzu: “Der Großteil meiner Collagen zielt bewusst auf einen Effekt von Schock und Verfremdung ab. Dies kann nur satirisch gemeint sein, aber auch in der Atmosphäre des Surrealismus liegen und als fundamental beunruhigend gemeint sein. Collagen sind für mich auch eine Möglichkeit, mit der Wirklichkeit zu spielen und dadurch Unsicherheit in Bezug auf diese Realität zu verursachen.”

Im Kupferstichkabinett wurden einige selbstständige Collagen und vier komplette als Loseblattausgaben herausgebrachte "Büchlein" gezeigt: Wat spookt daar? Het kleine geestenboek (1976) (Was spukt da? Das kleine Geisterbuch), Klein supplement op de schepping (1982) (Kleine Ergänzung zur Schöpfung), Twaalf Nocturnes (1983) (Zwölf Nocturnes) und Enigma Variaties (1983) (Enigma Variationen). Die Werke wurden dem Groninger Museum 1990/91 aus dem Nachlass des Künstlers, durch Vermittlung von Dick und Han Leutscher-Hazelhoff, geschenkt.