Ausstellung

Wendepunkt

Auswahl aus der Ankaufspolitik von Jos de Gruyter

04 September 2004 bis 13 März 2005

Die Ausstellung zeigte u.a. Werke aus dem 16. Jahrhundert (Jan Swart van Groningen) und 18. Jahrhundert (Jan Abel Wassenbergh sr.), niederländische Impressionisten wie Isaac Israels und George Breitner; De Ploeg, niederländische figurative Kunst aus der Zwischenkriegszeit (Charley Toorop, Herman Kruyder) und Zeitgenossen De Gruyters mit sowohl figurativer (Co Westerik) als auch abstrakter (Ouborg, Nanninga, Duncan) Malerei.

Große Bedeutung maß De Gruyter der Kunst des 19. Jahrhunderts und dem Werk von niederländischen lyrisch abstrakt arbeitenden Künstlern wie Piet Ouborg, Jaap Nanninga und Gerrit Benner bei. Mit diesen Letzteren holte er Werk zeitgenössischer Künstler ins Museum. Dies kann als eine seiner größten Ambitionen angesehen werden. Er präsentierte die etablierten Namen der (modernen) Kunstgeschichte. Er wagte sich aber auch daran, dem Werk zeitgenössischer Künstler Aufmerksamkeit zu schenken, was in jenen Jahren nur wenige Museumsdirektoren taten. De Gruyter vertrat die Meinung, dass das Museum nicht nur konservieren sondern auch anregen müsse. Hiermit formulierte er die Zielsetzung für das Groninger Museum, die von seinen Nachfolgern übernommen wurde und der sie jeweils auf eigene Weise Inhalt verliehen.

Das Werk der Künstler von De Ploeg aus den zwanziger Jahren betrachtete De Gruyter als Ausgangspunkt für die aufzubauende Sammlung moderner Kunst. Die durch ihn angekauften Werke von prominenten Ploeg-Mitgliedern wie Jan Wiegers, Jan Altink, Johan Dijkstra und Hendrik Werkman bilden die Basis der beeindruckenden Ploeg-Sammlung, die das Museum im Laufe der letzten Jahrzehnte aufgebaut hat. Diese Sammlung ist noch immer einer der Schwerpunkte der Groninger Museumspolitik. Um dem Groninger Expressionismus einen internationalen Rahmen zu verleihen, erwarb De Gruyter auch Werke von internationalen Expressionisten, wenn auch, wegen Geldmangels, nur in sehr geringem Umfang. Die wichtigsten hiervon sind zwei Gemälde von Ernst Ludwig Kirchner neben Werken von Paula Modersohn-Becker und der flämischen Maler Frits van den Berghe und Jakob Smits.

Was für eine besondere Persönlichkeit De Gruyter war, wird auch anhand seiner Memoiren deutlich. Dieses ab November erhältliche Buch wird vom Rijksinstituut voor Kunsthistorische Documentatie (RKD) herausgebracht. Die Präsentation dieses Buches findet im Rahmen eines speziellen De Gruyter-Mittags am 18 November statt.

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