Ausstellung

Werkman Online!

03 März 2007 bis 28 Mai 2007

Ausstellung im Rahmen der Abrundung der durch das Werkmanproject verwirklichten Datenbank des Werkman-Archivs.Darüber hinaus markiert die Ausstellung das Ende der längeren Leihgabe der Werkman-Sammlung des Stedelijk Museum an das Groninger Museum. Die Datenbank kann in der Ausstellung zurate gezogen werden.

In dieser Ausstellung werden sieben Gruppen Druksels (Druckereien) herausgegriffen. Das Museum stellt die frühen konstruktivistischen Werke aus den zwanziger Jahren und Druksels aus den Dreißigern, bei denen zum ersten Mal die Schablonentechnik angewandt wird, aus. Ferner werden die aus Linien, Kreisen, Strichen und Bögen aufgebauten Köpfe der Koppenserie aus dem Jahre 1941 gezeigt. Zu den Blättern der Serie Amsterdam – Castricum hat Werkman sich durch den Besuch des Depots des Stedelijk Museum in den Dünen bei Castricum inspirieren lassen. Diese Werke und die erzählenden figurativen Druksels aus den Jahren 1941-1942, die musikalischen Impressionen und die Kompositionen mit menschlichen Figuren – beide aus dem Jahr 1944 – vermitteln ein prächtiges Bild der Druksels von Werkman.

Die Ausstellung zeigt, wie frei Werkman sich zwischen Figuration und Abstraktion hin und her bewegte, wie seine Bilder auf der Grundlage von Geschichten, Erinnerungen, Assoziationen und innerlichen Erfahrungen entstanden und wie er sich verschiedener Techniken bediente. Technisch gesehen unterscheiden sich die Druksels von der gebräuchlichen Druckkunst, weil es sich hierbei stets um Unikate handelt. Werkman führte selbst den Begriff Druksels ein, um einen Unterschied zu den Drucken, die er daneben auch in Auflage machte, zu schaffen. Präsentiert wird ferner eine kleine Auswahl an Grafiken und Drucken, die Werkman für die Künstlergruppe De Ploeg schuf sowie einige Ausgaben der literarisch typografischen Publikation The Next Call, die Werkman mit internationalen Avantgardisten wie Michel Seuphor, Hans Arp, Antoine Pevsner und Wassily Kandinsky in Kontakt brachte.

Forschungsarbeit
Seit September 2002 war das Groninger Museum das Unterkommen des Forschungsprojekts über den Groninger Drucker und Künstler H. N. Werkman (1882-1945). Das von Dr. Dieuwertje Dekkers geleitete Projekt wurde von der H. N.-Werkman-Stiftung in Auftrag gegeben und konnte dank eines Zusammenarbeitsverbundes zwischen dem Groninger Museum, dem Stedelijk Museum in Amsterdam und der Rijksuniversiteit Groningen verwirklicht werden. Für die Dauer der Projekts stellte das Stedelijk Museum dem Groninger Museum nicht nur die umfangreiche Werkman-Sammlung zur Verfügung sondern auch das ebenfalls dort untergebrachte Werkman-Archiv. Das Ergebnis der vierjährigen Forschungsarbeit, für die diese Sammlung und das Material aus dem Werkman-Archiv als Ausgangspunkt gedient haben, wurde in einer Datenbank aufgenommen. Hierin wurde das gesamte Œuvre von Werkman erfasst: seine Druksels und Gemälde, die Grafiken und Druckwerke (einschließlich der Ausgaben von De Blauwe Schuit) sowie die vielen Zeichnungen und Skizzen. Die Datenbank ist somit ein würdiger Nachfolger des Œuvrekatalogs von Jan Martinet aus dem Jahre 1963 - der berühmte Hot Printing-Katalog. Hierin fehlten noch die dutzenden Zeichnungen und ca. tausend Skizzen, die ein wesentlicher und umfänglicher Teil von Werkmans Œuvre sind.

Nach der Ausstellung gehen die Gemälde, Druksels, Zeichnungen und Grafiken an das Stedelijk Museum in Amsterdam zurück. Dem Publikum steht die Datenbank im Groninger Museum auch weiterhin zur Verfügung.