Ausstellung

Yin Xiuzhen

Soloausstellung

16 Juni 2012 biß 18 November 2012

Yin Xiuzhen (1963) ist eine der prominentesten chinesischen Künstlerinnen ihrer Generation. Speziell für diese Ausstellung arbeitet Yin momentan an einer aus von Groningern getragenen Kleidungsstücken zusammensetzten Cityscape von Groningen. 

Die Präsentation umfasst neben neuesten Arbeiten auch Schlüsselwerke wie Collective Subconscious (2007), Thought (2009) und Waves (2009-2010). Auch die Installation Weapon (2003-2007), zusammensetzt aus zwanzig horizontal hängenden speerförmigen Objekten, die wie Dartpfeile ihrem Ziel entgegen zu fliegen scheinen, wird zu sehen sein. Diese Installation wurde 2007 auf der Biennale in Venedig gezeigt und 2008 angekauft.

  • Yin Xiuzhen, Thought, 2009, © Yin Xiuzhen
  • Yin Xiuzhen, Collective Subconscious, 2007, minibus, stainless steel, used clothes, stools, music, 1,420 cm x 140 cm x 190 cm, Courtesy of Beijing Commune
  • Yin Xiuzhen, Unbearable Warmth, 2008, 1000 scarves, dia. 365 cm x h. 25 cm, Courtesy of The Pace Gallery, Beijing

Erinnerung und Widerklang
Yin Xiuzhen wurde in erster Linie durch ihre Installationen aus Second-hand-Kleidungsstücken bekannt. Diese Installationen können als Reflexion auf die gegenwärtigen Mega-make-overs der Metropolen Peking und Schanghai betrachtet werden. In ihrem Werk verbindet sie individuelle Erlebnisse mit diesen großen gesellschaftlichen Veränderungen. “Im sich so schnell verändernden China scheint es so, als würde von allen Dingen am allerschnellsten gerade die Erinnerung verschwinden. Der Erhalt von Erinnerungen ist eine Art Widerklang“, meint Yin. Über ihr bevorzugtes Material sagt sie: “Kleidung sagt viel über eine Person aus. Mit einem Blick erzählt sie uns z.B. etwas darüber, wie groß jemand ist, das Alter, Stilrichtung, Geschlecht und Einkommen. Es geht aber auch um unsichtbare Dinge wie die Erinnerung an eine bestimmte Zeit, in der ein Kleidungsstück getragen wurde und den Grund, warum es aufbewahrt wurde.“

Persönliches Werk
1995 schuf Yin Xiuzhen ihr persönlichstes Werk, Dress Box, für das sie ihre eigenen Kindersachen in eine alte Kleidertruhe legte. Diese übergoss sie daraufhin mit Zement, wodurch sie ihre kostbaren Erinnerungen für immer versteifen ließ. Diese Tat war für sie wie ein Neuanfang. Es war auch die Periode, als Peking mit seiner großen und radikalen Transformation begann. Traditionelle Viertel der Stadt, sogenannte Hutongs, wurden abgerissen, um Raum für Hochhäuser zu schaffen. In kurzer Zeit lagen große Teile der Stadt in Trümmern. Yin: “Ich hatte Ausstellungen im Ausland und war viel unterwegs. Auf Flughäfen sah ich die Koffer, die Menschen aus der ganzen Welt bei sich trugen und dachte mir, dass diese Koffer in gewisser Weise ihr Zuhause repräsentierten.“ Infolge dieser Betrachtung schuf Yin die Reihe Portable Cities (2002-2003), die sich aus geöffneten Koffern mit aus Textilien “gebauten“ Miniaturstädten zusammensetzt. Shanghai (2002), New York (2005), Berlin (2006) und Melbourne (2009) sind Werke, die sie hierfür konstruierte. In diesem Jahr wird dieser Reihe die Stadt Groningen hinzugefügt.

Während der Ausstellung New World Order im Jahr 2008, war Yin Xiuzhen zum ersten Mal mit ihrem Werk im Groninger Museum vertreten. Ihre Arbeiten wurden bisher in unzähligen Ausstellungen inner- und außerhalb Chinas präsentiert.

Katalog
Zur Ausstellung ist ein Begleitkatalog erschienen, der ein von den Konservatoren Mark Wilson und Sue-an van der Zijpp verfasstes Essay enthalten wird.