Ausstellung

Zerbrechliche Ware. Eine Erinnerung an Minke A. de Visser (1898-1966)

Starck Pavillon

20 März 2015 bis 11 Dezember 2016

Diese Ausstellung soll an die ehemalige Konservatorin für Keramik des Groninger Museums, Minke A. de Visser (1898-1966), erinnern. Mittels Schenkungen und und Ankäufen schuf sie die Grundlage für diese wichtige Teilsammlung des Museums. Die Kollektion asiatischer Keramik aus dem alten Groninger Museum wurde im Starck-Pavillon rekonstruiert und präsentiert verschiedene Arten chinesischer und japanischer Keramik. Alle Objekte dieser Ausstellung stammen aus der eigenen Kollektion.

  • Minke A. de Visser
  • Glaskühler, China, Kangxi Zeitraum, ca 1700, Famille Verte, Sammlung Groninger Museum.Foto: Marten de Leeuw © Groninger Museum
  • Elefant, Kakiemon (Japanisches Porzellan), in Glasur Emailfarben Japan Zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts dekoriert 27 x 16 cm Sammlung Groninger Museum

Die Keramikkollektion des Groninger Museums ist eine der vier größten Keramiksammlungen der Niederlande; die anderen drei sind im Princessehof in Leeuwarden, im Rijksmuseum in Amsterdam und im Gemeentemuseum in Den Haag zu finden. Die Groninger Kollektion entstand über einen Zeitraum von etwa hundert Jahren und setzt sich größtenteils aus privaten Schenkungen und Nachlässen zusammen.

In der Anfangszeit des Museums wurden diese potenziellen Spender nicht nur ermutigt, die Kunstwerke, die sich in ihrem Besitz befanden, dem Museum zu vermachen, sondern vor allem die notwendigen rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, bevor sie „vom Tod überrascht werden“. Die Werbemaßnahmen waren ein großer Erfolg, was dazu führte, dass die Museumskollektion in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts stetig wuchs und es zum ersten Mal notwendig war, eine Assistentin einzustellen, nämlich Minke A. de Visser (1898-1966).

De Visser stammte aus einer wohlhabenden Groninger Familie und interessierte sich bereits seit ihrer Jugend für asiatische Keramik. Als Autodidaktin reiste sie viel umher, um die großen Porzellankollektionen in Europa in Augenschein zu nehmen. Seit 1921 arbeitete sie als Praktikantin im Groninger Museum. 1924 wurde sie Assistentin im Museum und 1937 schließlich zur stellvertretenden Konservatorin der Abteilung für Kunst und Kunstgeschichte ernannt. Bei ihrer Sammeltätigkeit konzentrierte Minke de Visser sich auf chinesische und japanische Exportkeramik, die für den Markt in den Niederlanden hergestellt wurde. Trotz der zahlreichen privaten Spenden war sie immer auf der Suche nach neuen Objekten, um die Museumskollektion zu ergänzen, und bezahlte sie teilweise sogar aus eigener Tasche.

Ihren Bemühungen ist es zu verdanken, dass sich das Museum imposante Nachlässe sichern konnte, die die Grundlage für heutige Keramiksammlung bilden. Als sie 1966 starb, vermachte sie dem Groninger Museum auch ihre eigene Kollektion.