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29 april 2007 - 2 september 2007
Mori (Tokyo, 1967) gehört zu den momentan wichtigsten jungen Künstlern. Mariko Mori studierte am Bunka Fashion College in Tokyo. 1988 zog es sie für ein Studium am Chelsea Art College nach London. Danach nahm sie an einem Weiterbildungsprogramm für Künstler am Whitney Museum in New York teil, die Stadt, in der sie - neben Tokyo - noch immer wohnt und arbeitet.
Die Künstlerin erlangte Mitte der 90 Jahre mit ihrem auffallenden Multimediawerk, das sich aus inszenierten Fotos, 3-D-Videos und Installationen zusammensetzt internationale Bekanntheit. Die Gegensätze zwischen Utopie und Realität stehen bei vielen ihrer Werke im Mittelpunkt. Mori verwendet dabei sowohl Elemente der japanischen als auch westlichen Kunstgeschichte, die sie dann mit Einflüssen der zeitgenössischen populären Kultur, Design, Mode, Musik, Manga und Science-Fiction verbindet. Dies kulminierte u.a. in einer großen architektonischen Installation: Wave Ufo (1999-2002). Wave Ufo ist ein wundersames Hybrideobjekt - Maschine und gleichzeitig Skulptur das eine Synthese zwischen den verschiedenen Formen von Reisen hervorbringt: im Raum, im Geist und in der Zeit. Der Besucher wird eingeladen das Wave Ufo zu betreten, um eine mentale Reise zu machen, wobei die Gehirnströme des Reisenden in Echtzeit grafisch wiedergegeben werden und Teil einer visionären Computeranimation werden.
In ihrem frühen Werk (Mitte der 90er Jahre) stellt Mori sich in erster Linie selbst dar. Gekleidet in bizarre Fantasieoutfits platzierte sie sich in unterschiedlichen Rollen vor dem Hintergrund der Metropole Tokyo.
Nach dieser Periode präsentiert Mori sich in Fotos und Videos als eine Art modisch stilisierte spirituelle Entität. Schwebend über dem Wasser oder in einer Grotte scheint sie dem Betrachter auf dem "Pfad der Erleuchtung" vorausgehen zu wollen. Ein wichtiges Werk aus dieser Periode ist das fotografische Werk Kumano (1997-1998), das auch in der Ausstellung zu sehen ist. Dieses Werk und die Serie Esoteric Cosmos (1996-1998) markieren diese spirituelle Umkehr. Beeinflusst durch japanische Glaubensrichtungen wie Schintoismus und Buddhismus sowie durch die erneute westliche Suche nach Spiritualität verwirklichte Mori in diesem Kontext einige auffallende Installationen, die eine neue Phase ihres Künstlertums kennzeichnen.
Ein wichtiger teil der Ausstellung befasst sich mit Moris Suche nach den kosmologischen Erfahrungen unserer Vorfahren. Hierzu besuchte und dokumentierte sie in Japan und Schottland allerlei Megalithmonumente, die die Grundlage für Fotos und eine Serie Utra-Hightec-Installationen bildeten. Diese stets ihre Farbe wechselnden Werke, wie z.B. Transcircle (2004), sind eine zeitgenössische Übersetzung ihrer alten Vorbilder. Wie Megalithen und Steinringe zuweilen dazu dienten, Zeit zu bestimmen, so reagieren diese Installationen über ein spezielles Computerprogramm auf bestimmte Ereignisse im Weltall.
Katalog Wave Ufo (Kunsthaus Bregenz)
Bild
Mariko Mori, Oneness, 2002-2003 (detail)
Courtesy Deitch Projects, New York
Photo credit www.redsaundersphotography.com