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Erste grosse Museumsschau von Daan Roosegaarde im Groninger Museum

Donnerstag 20 Juni 2019
Daan Roosegaarde, Presence 2019, Groninger Museum
Daan Roosegaarde, Presence 2019, Groninger Museum © Pim Hendriksen

Das Groninger Museum präsentiert das erste große museale Soloprojekt des Künstlers und Innovators Daan Roosegaarde. Presence ist ein neuartig- interaktives Kunstwerk, das im Auftrag des Groninger Museums zustande kam. Die Leuchträume verändern Farbigkeit und Aussehen durch Zutun der Besucher, denn die Installation lädt zu echter Interaktion ein: durch Bewegung und Berührung werden die Besucher sich ihrer eigenen Anwesenheit bewusst. Es ist das erste Mal, dass Roosegaarde, der u. a. für Ikone Abschlussdeich oder internationale Projekte wie Waterlicht und Smog Free Tower bekannt ist, als „Außenkünstler“ in so großem Umfang Innenräume erkundet.

Daan Roosegaarde: „Das Projekt ist für mich unheimlich spannend, weil die meisten meiner Werke für den öffentlichen Raum konzipiert wurden. Ich wollte Intimität, eine Art Ruhe und Achtsamkeit innerhalb der Mauern des Museums schaffen. Presence ist eine Ausstellung, in der Erwachsene wieder Kind sein können und hinter der zugleich eine wichtige gesellschaftliche Botschaft steckt, die trifft und berührt.“

Fußabdruck

Als Ausgangspunkt für Presence diente Roosegaarde die Metapher des ökologischen Fußabdrucks und der Einfluss des Menschen auf die Erde. Die Besucher hinterlassen Spuren in der Ausstellung, die nach einiger Zeit verschwinden und für neue Muster Platz machen. Eine weitere Inspirationsquelle sind Land Art und Environmental Art aus den 1960er- und 70er-Jahren. Darin spielten Bewusstwerdung der Verletzlichkeit der Erde und menschliche Intervention eine wesentliche Rolle. Durch die Interaktion in Presence erleben die Besucher symbolisch, worum es Roosegaarde geht: unsere Rolle in der Welt und unseren Einfluss auf die Umwelt.

Traumlandschaft

Durch den spezifischen Einsatz von Licht und die Art und Weise, wie die Räume auf die Besucher reagieren, entstand eine Traumlandschaft voller unerwarteter Möglichkeiten, die zum Experimentieren einlädt. Fühlen, anfassen und bewegen sind die Schlüssel zum Erleben dieses Kunstwerks. Die Besucher sehen sich zu einem ständigen Perspektivenwechsel herausgefordert: In einem Raum fühlt man sich ganz klein, im nächsten richtig groß. Presence handelt von uns als Teil des Ganzen und davon unsere persönliche Präsenz zu veranschaulichen.

Daan Roosegaarde

Daan Roosegaarde (Nieuwkoop, 1979) ist für seine innovativen Entwürfe für den öffentlichen Raum bekannt, in denen er Social Design, Kunst, Technologie und Biotechnologie verbindet. Selbst nennt er seinen Ansatz „Techno Poetry“: ein Mix aus Technologie und Kreativität, in dem sich die Grenzen zwischen Geistes- und Naturwissenschaften auflösen. Nach Ansicht des Künstlers ist dies die treibende Kraft für den gesellschaftlichen Wandel. Zusammen mit seinem Team, in dem Designer, Ingenieure und Projektmanager arbeiten, untersucht er Themen wie die Wechselbeziehung zwischen Mensch und Technologie, digital und physisch oder lebender und nichtlebender Materie. Auch natürliche Phänomene wie Leuchtquallen und Glühwürmchen faszinieren ihn – und so ist das Element Licht aus seiner Arbeit nicht wegzudenken.

Groninger Museum

Nicht nur Daan Roosegaarde, auch das Groninger Museum betritt Neuland mit Presence, wo Besucher tatsächlich Einfluss auf das Aussehen der Installation nehmen. Das Experiment mit Kunst und Design gibt sogar Anlass zu einer Neudefinition des Begriffs „Ausstellung“. Der Betrachter wird zum Macher und der Macher wird Teil der Installation, um anschließend von anderen betrachtet zu werden. Mit dieser innovativen, hybriden Expo baut das Groninger Museum seine Ausstellungpolitik auf der Schnittfläche von Kunst, Design, Mode und Technologie weiter aus.

Kuratoren: Sue-an van der Zijpp und Mark Wilson.

Veröffentlichungen

Kürzlich erschien beim renommierten Kunstverlag Phaidon die Monografie Daan Roosegaarde. Die englische Originalausgabe enthält Beiträge von Nico Daswani vom World Economic Forum, Fumio Nanjo vom Mori Art Museum Tokio, Carol Becker von der Columbia University New York und Daan Roosegaarde. Die niederländische Übersetzung wurde bei Lecturis veröffentlicht. Überdies schrieb Kuratorin Sue-an van der Zijpp ein Informationsheft zur Ausstellung. Es ist kostenlos im Museum erhältlich und steht zudem unter groningermuseum.nl/de/presence zum Download bereit.

Daan Roosegaarde – Presence ist bis zum 12. Januar 2020 im Groninger Museum zu sehen.

Hauptpartner: BankGiro Loterij
Mit Dank an: das Team von Studio Roosegaarde
Mit Unterstützung von: Forbo Flooring