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Musikalische Farbexplosionen von P. Struycken im Groninger Museum

Montag 17 Juni 2019
P. Struycken, Dynamisches Farbbild zur Komposition …explosante-fixe… (1971-1993) von Pierre Boulez, 2004-2007, foto: Marten de Leeuw
P. Struycken, Dynamisches Farbbild zur Komposition …explosante-fixe… (1971-1993) von Pierre Boulez, 2004-2007, foto: Marten de Leeuw © Groninger Museum

Das Groninger Museum zeigt ab Ende Juni eine außergewöhnliche Bild/Ton-Installation des niederländischen Künstlers Peter Struycken. Im abgedunkelten Coop-Himmelb(l)au-Pavillon erklingt Musik von zwei Komponisten aus dem 20. Jahrhundert: Alexander Skrjabin und Pierre Boulez. Fünf Bildschirme von 3 x 4 Meter, deren Position im Raum die expressionistische Architektur aufgreift, produzieren in Echtzeit rechnergesteuerte Bilder. Während die Besucher sich durch den Raum bewegen, erleben sie eine farbintensive Reise durch die Musik. Die Ausstellung P. Struycken – Explodierende Farbe zu Skrjabin und Boulez ist ab dem 29. Juni zu sehen.

Pierre Boulez

Zwischen 2004 und 2007 entwickelte Struycken (1939, Den Haag) eigens für den Coop-Himmelb(l)au-Pavillon ein Raumwerk zur Musik des französischen Komponisten Pierre Boulez (1925-2016). Struycken bewundert Boulez, der in seiner Musik zur Steigerung der Komplexität der akustischen Eindrücke dosiert Gebrauch von Computerklängen machte. Seine Komposition …explosante-fixe… („kontrollierte Explosion“) erwies sich als geeignete Grundlage für eine dynamische, raumgreifende Installation mit rechnergesteuerten Projektionen. Nach der Premiere 2007 ist das Werk nun erstmalig wieder zu sehen.

Alexander Skrjabin

Die Boulez-Installation wird im Wechsel mit einer Neufassung einer Arbeit gezeigt, für die Struycken zwischen 1997 und 1999 eine Symphonie des russischen Komponisten Alexander Skrjabin (1872-1915) zum Ausgangspunkt nahm. Skrjabin schrieb 1911 das dramatische Orchesterwerk Promethée. Le Poème du feu, für das er nicht nur die Musik, sondern auch zwei Stimmen für farbiges Licht komponierte. Struycken hält sich akribisch an die vom Komponisten vorgegebenen Farbwechsel, deutet dessen kurze Anweisungen für kosmische Lichtphänomene jedoch auf seine eigene Weise. Das Werk, zunächst für das Fernsehen konzipiert, modifizierte Struycken für diese Ausstellung. Es wurde nicht nur zu einer Projektion für fünf Großbildschirme erweitert, sondern auf allen Bildschirmen wird jedes Mal ein etwas anderer Weg durch den Farbraum gezeigt, was jeden Aufführungszyklus einzigartig macht.

Die Software für beide Werke programmierte Ing. D. Dekkers, der auch die Computersynchronisierung der Projektionen auf den fünf Bildschirmen realisierte.

25 Jahre Groninger Museumsgebäude

Die Verbindung von P. Struycken mit dem Groninger Museum reichen weiter als 25 Jahre zurück. 1967 hatte er hier seine erste Einzelschau und es sollten 1984, 1999 und 2007 weitere drei folgen. 1994 und 1996 entwickelte er im Auftrag des Architekten Alessandro Mendini überdies eine Farbpalette mit wechselnden Wandfarben für die Ausstellungsräume des Groninger Museum.

Die aktuelle Präsentation ist Teil der Feierlichkeiten anlässlich des 25. Geburtstags des Museumsneubaus. Im Rahmen des Jubiläums stehen verschiedene Ausstellungen und Aktivitäten auf dem Programm.

Die Ausstellung P. Struycken – Explodierende Farbe zu Skrjabin und Boulez ist vom 29. Juni 2019 bis 9. Februar 2020 zu sehen.