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Pressemitteilung

Groninger Museum präsentiert von Alessandro Mendini kuratierte Ausstellung

Dienstag 21 Mai 2019
Alessandro Mendini
Alessandro Mendini © Carlo Lavatori – Alessandro Mendini Archive

Der Neubau des Groninger Museums feiert sein 25jähriges Jubiläum. Als Hommage an seinen Chefarchitekten Alessandro Mendini ist im Museum eine große Schau zu sehen, die der berühmte italienische Designer kurz vor seinem Tod selbst zusammenstellte und gestaltete. In Mondo Mendini – Die Welt von Alessandro Mendini sind nicht nur seine eigenen Arbeiten zu bewundern, sondern auch die geistesverwandter Künstler. Die enorme Vielfalt der gut 200 ausgestellten Objekte reicht von bildender Kunst über Architektur bis hin zu Design. Mondo Mendini unterstreicht die außerordentliche Kreativität und den Humor des Designers, der für Groningen eine international beachtete Architekturikone schuf.

Die Ausstellung

Das Museum wandte sich vor gut zwei Jahren mit der Bitte an Alessandro Mendini (1931-2019), nach eigenem Gutdünken eine Ausstellung zu seinem Schaffen einzurichten. Er zeigte sich sehr erfreut, noch einmal eine Ausstellung in „seinem“ Museum gestalten zu können. In Mondo Mendini sind seine bekanntesten Entwürfe zu sehen, darunter eine drei Meter hohe Riesenversion vom illustren Kitschsessel Poltrona di Proust aus der Fondation Cartier. Auch Anna G, der Korkenzieher in Form einer Ballerina, ein Bestseller von Alessi, darf natürlich nicht fehlen. Die Ausstellung bietet einen Querschnitt durch Mendinis umfangreiches Œuvre: von Schmuck über Haushaltsgeräten bis hin zu Architekturmodellen und raumgreifenden Skulpturen. Mit seiner Ablehnung einer Hierarchie in den Künsten, zwischen Architektur, autonomer Kunst und Design, zwischen „hoher“ und „niederer“ Kunst, wurde er einer der bedeutendsten Repräsentanten der Postmoderne. Seine Objekte sind oftmals farbenfroh, dekorativ und überraschend: Fantasie ist ihm wichtiger als Funktionalität. Über den expressiven Reichtum seiner Entwürfe sagte Mendini einmal: „Meine Arbeit ist mit dem Schreiben eines Romans vergleichbar, in dem Ernst, Schmerz, Komödie und Poesie nebeneinander bestehen. Meine Objekte sind tragikomische Figuren.“

Ganz im Sinne seiner Kunstauffassung wollte Mendini in dieser Ausstellung nicht nur seine eigenen Werke zu zeigen, sondern auch die seiner Vorbilder aus Vergangenheit und Gegenwart. Schließlich hat er den künstlerischen Einfluss anderer immer großzügig anerkannt. In Mondo Mendini vereint er Künstler der klassischen Moderne wie Paul Signac, Wassily Kandinsky, Henri Matisse und Oskar Schlemmer, Architekturentwürfe von Theo van Doesburg und Gerrit Rietveld, Objekte italienischer Designer wie Gio Ponti, Michele De Lucchi und Gaetano Pesce sowie aktuelle Gemälde des Amerikaners Peter Halley.

Die Ausstellung Mondo Mendini ist vom 12. Oktober 2019 bis 5. Mai 2020 im Groninger Museum zu sehen.

Biografie Alessandro Mendini

Alessandro Mendini schloss 1959 sein Architekturstudium ab und arbeitete anschließend beim Architekturbüro Nizzoli Associati in Mailand. Unter Einfluss des revolutionären Geistes jener Zeit beschloss er nach zehn Jahren, sich vor allem mit den theoretischen Grundlagen von Architektur und Design zu befassen. Zwischen 1970 und 1976 war er Chefredakteur der Architekturzeitschrift Casabella, die für eine junge Generation gesellschaftskritischer, avantgardistischer Architekten und Designer zu einem Sprachrohr in Italien wurde. Danach arbeitete er als Chefredakteur der Design- Architekturzeitschriften Modo (1977-1981) und war Herausgeber von Domus (1980-1985 und 2010-2011).

Mendini setzte sich mehr und mehr als Designer durch. Besonders einflussreich waren seine bahnbrechenden Projekte mit Designerstudio Alchimia, wie dem 1981 entworfenen Mobile infinito (Das unendliche Möbel), an dem Designer und bildende Künstler an experimentellen Möbeln mit austauschbaren Dekors zusammenarbeiteten. Ab den 1980er-Jahren war er Berater für die Firma Alessi, für die er ungewöhnliche Kooperationsprojekte an der Schnittstelle von Kunst und Design initiierte. Zudem fertigte er Entwürfe für den Schweizer Uhrenproduzenten Swatch, für Philips und viele Designfirmen. Mit seinem jüngeren Bruder Francesco schuf er schillernde Bauwerke in Europa und in Asien, von denen das Groninger Museum das bekannteste ist. Bis ins hohe Alter baute er sein vielseitiges Œuvre aus fantasievollen, eigensinnigen, humorvollen und poetischen Kreationen weiter aus.

Festjahr

Der 25. Geburtstag des Gebäudes steht 2019 im Mittelpunkt des Groninger Museums. Neben Mondo Mendini – Die Welt von Alessandro Mendini sind die Ausstellungen Pronkjewails – Design aus Vergangenheit und Gegenwart und Von Swip Stolk bis Rudo Menge – 25 Jahre Plakate für das Groninger Museum anlässlich des Jubiläums zu sehen. Darüber hinaus stehen insbesondere im eigentlichen Geburtstagsmonat Oktober viele festliche Veranstaltungen auf dem Programm, darunter ein Preisausschreiben, ein Backwettbewerb und eine Vortragsreihe. Das Festwochende am 26. und 27. Oktober wartet mit freiem Eintritt und einem breit gefächerten Aktivitätsprogramm auf.

Ausführliche Infos auf groningermuseum.nl/de.

Hinweis für die Redaktion

Weitere Informationen und Bildmaterial erhalten Sie bei der Abteilung Kommunikation, PR und Marketing:

Sarah Fopma sfopma@groningermuseum.nl +31 (0)50 3666 510

Karina Smrkovsky ksmrkovsky@groningermuseum.nl +31 (0)50 3666 512