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Wall House #2

Adresse: A.J. Lutulistraat 17, 9728 WT Groningen

Wall House #2
Wall House #2 © Foto Christian Richters

Wall House #2 in Groningen

Mit seinen vielen Formen, Farben, den spannenden Details, Symbolen und Bedeutungen ist das Wall House eine wahre Sehenswürdigkeit. Das Mauer-Haus ist ein Exponent der Architektur der 1980er- und 90er-Jahre, als sich die Stadt Groningen als Architekturpodium der internationalen Postmoderne profilierte. Entworfen hat das außergewöhnliche Wohngebäude der Architekt John Quentin Hejduk (New York 1929 – 2000).

Das Wall House ist geöffnet bis zum 2. September 2019, samstags und sonntags zwischen 12 und 17 Uhr, oder zu besichtigen nach Vereinbarung. Eintritt ist frei.

Gunta Stölzl: 100 Jahre Bauhaus-Stoffe
2019 feiert das Bauhaus sein 100. Jubiläum. Das Wall House #2 ehrt aus diesem Anlass Gunta Stölzl (1897-1983), die sich vor allem einen Namen als Meisterin der Weberei an der legendären Kunstschule machte. Die intime Schau Gunta Stölzl: 100 Jahre Bauhaus-Stoffe vermittelt einen Eindruck von Leben und Wirkung der Textilmeisterin und zeigt Muster, Originalstoffe, Bauhaus-Entwürfe und Möbel, die mit ihren Entwürfen gepolstert wurden. Mit seinen vielfältigen Formen, Farben, spannenden Details, Symbolen und Bedeutungen ist das Wall House #2 übrigens selbst eine echte Sehenswürdigkeit. Geöffnet samstags und sonntags, 12-17 Uhr.

A. J. Lutulistraat 17, 9728 WT Groningen

Das Wall House ist geöffnet von Samstag 30. März bis zum 2. November 2019 samstags und sonntags zwischen 12 und 17 Uhr, oder zu besichtigen nach Vereinbarung.
Eintritt ist frei.

Möchten Sie das Wall House außerhalb der Öffnungszeiten besuchen, den bitte buchen Sie einen Stunde exklusiven Zugang zum Wall House #2 unter der Leitung eines Museumsführer, der die Gruppe begleitet. Diese Tour kostet €100 (inkl. MwSt.) dauert eine halbe Stunde, und dann besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen.
Bis zu 30 Personen.
Wenden Sie sich bitte an boekingen@groningermuseum.nl oder + 31 (0) 50 3 666 555.

Sie können das Wall House für maßgeschneiderte Empfänge (bis zu 30 Personen) mieten. Ein halber Tag kostet € 140, ein ganzer Tag € 240 (zzgl. MwSt und Personalkosten).

Für ein auf Ihre Situation zugeschnittenes Angebot wenden Sie sich bitte an Gea Schenk: wallhouse@groningermuseum.nl oder +31 (0)50 3 666 514.

Das Wall House ist für Rollstuhl- und Elektromobilbenutzer leider nicht zugänglich. Gehbehinderte Besucher weisen wir darauf hin, dass die einzelnen Geschosse jeweils nur über eine Treppe zu erreichen sind.

Öffentliche Verkehrsmittel

Bus: Ab ZOB beim Groninger Hauptbahnhof Linie 10, Richtung Hoornsemeer, Ausstieg Halte Palmelaan. Gehweg ca. 5 min am See entlang über Zünneriepe, bis Sie zu Ihrer Rechten zum Wall House gelangen.

Mit dem Auto

A28: Abfahrt Groningen Zuid, hier auf die Ketwichverschuurlaan, (aus Richtung Norden rechts abbiegen, aus Richtung Süden links), über die Brücke, der Laan Corpus Den Hoorn bis zur Ampelanlage folgen, dort links in die Sportlaan, beim Kreisel die 2. Ausfahrt, bis zur S. O. J. Palmelaan, dem Straßenverlauf nach rechts folgen, in die 2. Straße links in die M. L. Kingstraat einbiegen. Dort ist das Wall House in der 4. Straße links, der A. J. Lutulistraat 17.

A7: Von der A7 kommend Ausfahrt N7 Richtung Ring - Zuid/Amsterdam/Drachten/Assen, anschließend Ausfahrt 36a, beim Kreisel 3. Ausfahrt, Laan Corpus den Hoorn folgen, beim Kreisel Martini Ziekenhuis geradeaus in die C.G. Wichmannstraat, dann 3. Straße rechts in die M.L. Kingstraat, am Ende links in die A.J. Lutulistraat.

Mit dem Fahrrad

Das Wall House ist auch gut mit dem Fahrrad erreichbar. Es gibt in Groningen viele Fahrradverleihe.

Der Entwurf für das Wall House entstand 1973 als Wochenendhaus für den Landschaftsarchitekten A.E. Bye (Ridgefield, Connecticut, USA). Seinerzeit wurde es allerdings nicht realisiert, das geschah erst 2001 in Groningen, anlässlich einer Ausstellung im öffentlichen Raum mit dem Titel Blue Moon. Ein weiteres Werk Hejduks in Groningen ist die Stadtmarkierung an der A7 Richtung Deutschland: The Tower of Cards / The Tower of Letters / The Joker's Perch, ein Projekt im Rahmen des 950. Stadtjubiläums der Stadt Groningen im Jahr 1990.

Kernstück des Wall-House-Entwurfs ist eine 18,5 m breite und 14 m hohe Mauer, an der auf einer Seite verschiedene organisch geformte Räume „hängen“. Eingang, Laufbrücke und Büro befinden sich auf der anderen Seite der Mauer.

2004 erwarb die Stiftung Wall House #2 das Gebäude, mit dem Ziel, ihm eine öffentlich-kulturelle Funktion zu geben. Im Sommer 2005 fand die Eröffnung statt. Das Wall Hause hatte vier Verwendungsmöglichkeiten: Artist in Residence, Öffnung für das Publikum, unterschiedliche Veranstaltungen und Wissensentwicklung.

2016 übertrug die Stadt Groningen dem Groninger Museum die Nutzung des Gebäudes, in erster Linie, um die öffentliche und kulturelle Funktion zu gewährleisten. Eine der Voraussetzungen war, dass Eigentum und Instandhaltung des Bauwerks bei der Stadt verblieben. Das Groninger Museum, selbst eine Architekturikone, sieht im Wall House großes Potenzial als Sehenswürdigkeit, als Experimentierbühne für kleinere Design-Präsentationen und nicht zuletzt als Instrument für die Förderung junger Talente.

John Quentin Hejduk (New York 1929 – 2000 New York) war ein avantgardistischer Architekt, der sich vor allem als Architekturtheoretiker einen Namen machte. Obwohl nur wenige seiner Entwürfe verwirklicht wurden, gilt er aufgrund seiner theoretisch-didaktischen Arbeit als einer der Köpfe der sog. New York Five, zu denen auch Richard Meier und Peter Eisenman zählen. Beide Architekten sind ebenfalls in der Sammlung des Groninger Museums vertreten.

Hejduk studierte Architektur am Cooper Union Institute in New York, der University of Cincinnati in Ohio und der Harvard University in Cambridge, Massachusetts. Nach seinem Abschluss arbeitete er in verschiedenen Architekturbüros, u. a. bei Ieoh Ming Pei. Seit den 1950er-Jahren untersuchte er anhand der formalen Ausgangspunkte der Kunstbewegung De Stijl die Grundzüge des architektonischen Entwurfs. Die Ideen, die er daraus entwickelte, kombinierte er zu Entwürfen – mit bildender Kunst und Literatur als Quellen der Inspiration. 1965 ließ er sich als selbstständiger Architekt in New York nieder und unterrichtete zudem an der Cooper Union. An diesem Institut, in dem wie auch beim Bauhaus verschiedene Kunstdisziplinen unter dem Dach der Architektur zusammengeführt wurden, übernahm Hejduk als Theoretiker eine wichtige Rolle. Daniel Libeskind, der ebenfalls für die Stadt Groningen entworfen hat, gehörte zu seinen Studenten.

Hejduk entwarf zunächst streng geometrische Wohnhäuser. Die Wall-Haus-Serie, die als sein Meisterwerk gilt, stammt aus dieser Anfangszeit. Darin steht eine 50 cm dicke Mauer im Mittelpunkt, an der der Eingang lag und alle Geschosse hingen.

Seinen Ruhm verdankt Hejduk insbesondere seinem theoretischen Werk. Gebaut wurde nur eine Handvoll seiner Entwürfe, darunter das Demlin House in Locus Calley auf Long Island (1960), das Hommel Apartment in New York (1969), die Restaurierung des Foundation Building der Cooper Union in New York (1975), der Kreuzberg Tower, einem Atelierturm mit angrenzender Wohnbebauung in der Charlottenstraße in Berlin (1986-1988), und eine Villa am Tegeler Hafen in Berlin (1985-1988). Hejduk starb 2000.