Wall House #2
Adresse: A.J. Lutulistraat 17, 9728 WT Groningen
Wall House #2 ist im Jahr 2026 zu besonderen Anlässen geöffnet. Am Samstag, den 18. April um 12:00 Uhr gibt Roos Gortzak, künstlerische Direktorin des Groninger Museums, bekannt, an welchen Tagen dies der Fall sein wird. Außerdem wird sie die neuen Pläne für das Wall House vorstellen, das wieder seine ursprüngliche Funktion als Artist-in-Residence-Ort erhalten soll. Alle sind am Samstag, den 18. April von 12:00 bis 14:00 Uhr im Wall House willkommen.
Über Wall House #2
Das Wall House #2 in Groningen, gelegen am Hoornse Meer, ist ein interessantes Objekt für Architekturliebhaber, nur 15 Minuten vom Groninger Museum entfernt.
In den 1970er Jahren entwarf der amerikanische Architekt John Hejduk mehrere Wall Houses. Letztlich wurde jedoch nur eines realisiert. Im Jahr 2001 wurde das Wall House #2 in einem Wohngebiet am Hoornse Meer in Groningen gebaut. Im Zentrum des Entwurfs steht eine enorme Wand von 18,5 Metern Breite und 14 Metern Höhe, an der die verschiedenen Räume aufgehängt sind. Gleichzeitig verbindet diese Wand die Räume miteinander. Der Eingang befindet sich nicht an der Vorderseite, sondern auf der Seite, die als Rückseite des Gebäudes wahrgenommen wird.
Seit 2016 wird das Wall House #2 vom Groninger Museum verwaltet.
Über Wall House
Design Wall House #2
Der Entwurf für das Wall House entstand 1973 als Wochenendhaus für den Landschaftsarchitekten A.E. Bye (Ridgefield, Connecticut, USA). Seinerzeit wurde es allerdings nicht realisiert, das geschah erst 2001 in Groningen, anlässlich einer Ausstellung im öffentlichen Raum mit dem Titel Blue Moon. Ein weiteres Werk Hejduks in Groningen ist die Stadtmarkierung an der A7 Richtung Deutschland: The Tower of Cards / The Tower of Letters / The Joker's Perch, ein Projekt im Rahmen des 950. Stadtjubiläums der Stadt Groningen im Jahr 1990.
Kernstück des Wall-House-Entwurfs ist eine 18,5 m breite und 14 m hohe Mauer, an der auf einer Seite verschiedene organisch geformte Räume „hängen“. Eingang, Laufbrücke und Büro befinden sich auf der anderen Seite der Mauer.
2004 erwarb die Stiftung Wall House #2 das Gebäude, mit dem Ziel, ihm eine öffentlich-kulturelle Funktion zu geben. Im Sommer 2005 fand die Eröffnung statt. Das Wall Hause hatte vier Verwendungsmöglichkeiten: Artist in Residence, Öffnung für das Publikum, unterschiedliche Veranstaltungen und Wissensentwicklung.
2016 übertrug die Stadt Groningen dem Groninger Museum die Nutzung des Gebäudes, in erster Linie, um die öffentliche und kulturelle Funktion zu gewährleisten. Eine der Voraussetzungen war, dass Eigentum und Instandhaltung des Bauwerks bei der Stadt verblieben. Das Groninger Museum, selbst eine Architekturikone, sieht im Wall House großes Potenzial als Sehenswürdigkeit, als Experimentierbühne für kleinere Design-Präsentationen und nicht zuletzt als Instrument für die Förderung junger Talente.
Biografie John Hejduk, Architekt des Wall House #2
John Quentin Hejduk (New York 1929 – 2000 New York) war ein avantgardistischer Architekt, der sich vor allem als Architekturtheoretiker einen Namen machte. Obwohl nur wenige seiner Entwürfe verwirklicht wurden, gilt er aufgrund seiner theoretisch-didaktischen Arbeit als einer der Köpfe der sog. New York Five, zu denen auch Richard Meier und Peter Eisenman zählen. Beide Architekten sind ebenfalls in der Sammlung des Groninger Museums vertreten.
Hejduk studierte Architektur am Cooper Union Institute in New York, der University of Cincinnati in Ohio und der Harvard University in Cambridge, Massachusetts. Nach seinem Abschluss arbeitete er in verschiedenen Architekturbüros, u. a. bei Ieoh Ming Pei. Seit den 1950er-Jahren untersuchte er anhand der formalen Ausgangspunkte der Kunstbewegung De Stijl die Grundzüge des architektonischen Entwurfs. Die Ideen, die er daraus entwickelte, kombinierte er zu Entwürfen – mit bildender Kunst und Literatur als Quellen der Inspiration. 1965 ließ er sich als selbstständiger Architekt in New York nieder und unterrichtete zudem an der Cooper Union. An diesem Institut, in dem wie auch beim Bauhaus verschiedene Kunstdisziplinen unter dem Dach der Architektur zusammengeführt wurden, übernahm Hejduk als Theoretiker eine wichtige Rolle. Daniel Libeskind, der ebenfalls für die Stadt Groningen entworfen hat, gehörte zu seinen Studenten.
Hejduk entwarf zunächst streng geometrische Wohnhäuser. Die Wall-Haus-Serie, die als sein Meisterwerk gilt, stammt aus dieser Anfangszeit. Darin steht eine 50 cm dicke Mauer im Mittelpunkt, an der der Eingang lag und alle Geschosse hingen.
Seinen Ruhm verdankt Hejduk insbesondere seinem theoretischen Werk. Gebaut wurde nur eine Handvoll seiner Entwürfe, darunter das Demlin House in Locus Calley auf Long Island (1960), das Hommel Apartment in New York (1969), die Restaurierung des Foundation Building der Cooper Union in New York (1975), der Kreuzberg Tower, einem Atelierturm mit angrenzender Wohnbebauung in der Charlottenstraße in Berlin (1986-1988), und eine Villa am Tegeler Hafen in Berlin (1985-1988). Hejduk starb 2000.